Weshalb kennen alle Gallus? Und nur wenigen ist Wiborada ein Begriff? Das soll sich ab 2021 ändern. Über die Inklusin, ein 100-Jähriges und was es mit dem Museum, das von der Leere lebt, auf sich hat.
Die grosse Wiborada
Wenn’s um die Klostergeschichte geht, kommt man an Wiborada nicht vorbei. Eigentlich. Realität ist, dass die aussergewöhnliche spirituelle Frau, dank der die Bibliotheksschätze gerettet werden konnten und die als erste Frau überhaupt heiliggesprochen wurde, bislang ein eher zurückhaltendes Dasein fristete. 2021 rückt sie stärker in die Öffentlichkeit. Sie wird gefeiert – mit zahlreichen thematischen Veranstaltungen.
Wiborada war Einsiedlerin, geweihte Jungfrau, Wohltäterin, Märtyrin, Patronin der Bibliotheken und Bücher und um 916 für rund 10 Jahre in einer angebauten Klause bei der Kirche St. Mangen im gleichnamigen Quartier eingemauert. Beim Überfall der Ungaren auf die Stadt St.Gallen verlor die Inklusin ihr Leben. Ihre Geschichte und ihr Wirken sind einzigartig. Einzigartig ist auch ein Programmpunkt im Wiborada-Jahr 2021. So werden sich im Mai und Juni 10 Personen jeweils für eine Woche in eine Zelle bei St. Mangen einschliessen lassen.
Ende März 2021 wird das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen 100 Jahre alt. Seit 1921 ist das Haus ein wichtiger Gedächtnis-, Vermittlungs- und Begegnungsort, Schatzkammer sowie Plattform für Kultur- und Kunstgeschichte, Ethnologie und Zeitgeschichte. Fürs Jubiläumsjahr sind u. a.
2 Ausstellungen geplant: «Klimt und Freunde» (ab 27. März) und «Entdeckungen – Highlights der Sammlung» (ab 29. Mai). Das grosse Jubiläumswochenende findet vom 28. bis 30. Mai 2021 statt. Hingehen, staunen, ein bisschen demütig sein. (www.hvmsg.ch)
Lust auf Leere
Seit 2016 hat die Stadt ein Museum der Leere. Es handelt sich um eine begehbare architektonische Skulptur und Plattform. Kreativer Kopf ist die Künstlerin Gilgi Guggenheim, die in unterschiedlichsten Kultursparten themenspezifische Projekte initiiert. Sie alle laden ein, sich vom Angebot der Fülle zu erholen und sich auf die Leere einzulassen. Wie reichhaltig Leere sein kann, erfährt der Besucher in den schönen Räumlichkeiten in der Haldenstrasse 5 oder auch online. (www.museumoe.com).
«612», das Guide-Magazin von St.Gallen-Bodensee Tourismus, inspiriert Gäste und ist wertvoll für Einheimische. Die Printversion ist vollbepackt mit Tipps, Insiderwissen und Geschichten von Menschen, die mit ihren Ideen und Lebensentwürfen Stadt und Region prägen, neue Räume und Orientierung schaffen – und ein einzigartiges Lebensgefühl entwickeln.
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