Grauer Beton statt grüner Wiese, Begrenzung statt Freiraum: Das Wiesli im St.Galler Museumsquartier soll überbaut werden. Dagegen regt sich seit geraumer Zeit jedoch Widerstand. Nun auch mit einer Initiative, die am Samstag eingereicht wird.
«Es ist schon frustrierend», fasst es Reto Schmid, Präsident des Initiativkomitees, zusammen. Rund zwei Jahre war man daran, zusammen mit der Stadt und der St.Galler Pensionskasse eine Lösung zu finden, damit die Wiese im Museumquartier nicht überbaut wird. Alle Vorschläge liefen jedoch ins Leere: sei es ein Landabtausch, eine Redimensionierung der Baute oder ein Kauf.
«Zu Beginn dachten wir, dass sicherlich eine Einigung erzielt werden kann», sagt Schmid weiter. Aus verschiedenen Gründen jedoch wurde nach und nach jeder Vorschlag wieder verworfen. Zwar verstehe man, dass die Pensionskasse Pläne umsetzen will – immerhin ist es seit 2014 ihr Grundstück. Dennoch sei die harte Haltung und der Abbruch der Verhandlungen ein grosser Rückschlag für die Bemühungen der IG gewesen. Denn das Wiesli ist seit über 40 Jahren das mit viel Fronarbeit erschaffene Herz des Quartiers. Es wird von über 50 Familien im Quartier sowie von den angrenzenden Schulhäusern und einer breiten Öffentlichkeit intensiv bespielt und genutzt.
Nun rüsten sich die Mitglieder der IG Museumsquartier für den nächsten Schritt: eine städtische Initiative, welche eine Umwandlung in eine Grünzone zum Ziel hat. Diese wird kommenden Samstag zur Gültigkeitsprüfung eingereicht. Ist diese gültig, können die Bewohner voraussichtlich Anfang 2020 mit der Unterschriftensammlung beginnen. 1'000 Unterschriften sind dafür nötig. «Wir sind guten Mutes, genügend Leute mobilisieren zu können», so Reto Schmid. Das Quartier sei stark verbunden und gut vernetzt.
Auch wenn der Weg steinig ist, lohne sich der Aufwand, um die Wiese zu erhalten – darüber sind sich die Anwohner einig. «Unser Wiesli ist der soziale Treffpunkt im Quartier. Er dient als Spiel- und Fussballplatz; wir haben Bäume gepflanzt und viel Herzblut hineingesteckt», sagt Schmid weiter. Man veranstalte verschiedenste Anlässe, wie beispielsweise der Wiesli-Putz kommenden Samstag. Dann räumt das gesamte Quartier die Abfälle der Olma-Gäste auf. Gleichzeitig wird dann die Initiative zur Prüfung eingereicht. Schmid: «Wir hoffen, dass wir damit erfolgreich sind. Unser Wiesli darf nicht verschwinden.»
Manuela Bruhin (*1984) ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».
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