Marcel Walker, 46, ist Unternehmer, Kulturagent, Politiker, Gastronom, Vater. Er wird als «Strippenzieher» wahrgenommen und bringt seit Jahren immer wieder frischen Wind in die St.Galler Gastroszene, u.a. mit dem Restaurant Lagerhaus, dem Brauwerk und dem Restaurant zur Werkstatt.
Marcel Walker, was ist für dich typisch St.Gallen?
St.Gallen ist ein Dorf – und das meine ich ausschliesslich im positiven Sinn.
Und was typisch St.Galler?
Wir gelten als sachlich, nüchtern, gelegentlich schüchtern und verlässlich. Für Auswärtige gut zu wissen: Die abwartende Zurückhaltung beim ersten Kontakt ist keineswegs mit Arroganz oder Kälte zu verwechseln.
Was inspiriert dich an unserer Region?
Die Vielfalt der Landschaft färbt ab. Der Anstieg vom Ufer des Bodensees über die Stadt St.Gallen bis hin zu den typischen Appenzeller Streusiedlungen, den Hügelzügen, saftigen Alpen und schliesslich dem schroffen Höhepunkt mit dem Säntis. Wer hier lebt und sich wohlfühlt, lernt das nötige Mass an Flexibilität und Vielseitigkeit.
Dein Lieblingsort?
Die Drei Weieren und die Kathedrale. Letztere ist eine Fermate und ein Fluchtort vor gelegentlicher Reizüberflutung. Zehn Minuten den Raum, das Volumen und die Geschichte auf mich wirken lassen – und ich kann leicht erholt in den Alltag zurücktreten. In den Drei Weieren wippt man gleichsam zwischen zwei Welten, der Stadt und dem Land. Der Ausblick über die Stadt, den Bodensee bis zu den süddeutschen Nachbarn ist umwerfend.
Dein Lieblingsrestaurant, neben den Betrieben*, die du mitprägst?
Wenn ich kulinarisch «fremdgehe», dann gern im Restaurant Facincani an der Gallusstrasse. Ein Besuch ist immer mit dem Eintauchen in eine mediterrane Welt verbunden. Was die Brüder Franzon seit über 25 Jahren leisten, beeindruckt mich.
Was darf bei einem Besuch in St.Gallen auf keinen Fall fehlen?
Die Fussgängerzone, ein Blick auf die historischen Gebäude und ein Spaziergang durch den Stiftsbezirk mit dem Hinweis, dass auf dem Klosterplan drei Brauereien abgebildet sind und es zur Hochblüte der Textilzeit eine direkte Verbindung von St.Gallen nach Paris gab. Nicht zu vergessen ist die Bildungskompetenz der Stadt mit unter anderem der Fachhochschule und der Universität sowie Innovations- und Forschungsinstitutionen wie Empa und Startfeld.
Damit kann man in St.Gallen Erfolg haben ...
Lifere, nöd lafere.
*Genussvoll besuchenswert:
«612», das Guide-Magazin von St.Gallen-Bodensee Tourismus, inspiriert Gäste und ist wertvoll für Einheimische. Die Printversion ist vollbepackt mit Tipps, Insiderwissen und Geschichten von Menschen, die mit ihren Ideen und Lebensentwürfen Stadt und Region prägen, neue Räume und Orientierung schaffen – und ein einzigartiges Lebensgefühl entwickeln.
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