Der Raumbedarf der Primarschule Lüchingen steigt. Am Montag zeigte der Schulrat die Hintergründe, sowie mögliche Lösungsvarianten auf. Die Bevölkerung wurde miteinbezogen, damit weitere Schritte eingeleitet werden können.
Von einem Zusammenschluss mit einer Nachbarschulgemeinde bis hin zum Bau eines eigenen, neuen Schulzentrums reichten die Themen und Überlegungen am Montagabend in der Kirche Lüchingen. Schulratspräsident Mattia Girardi zeigte in seiner Präsentation neun Lösungsansätze auf, wie die Herausforderungen der steigenden Schülerzahlen und der veränderten Unterrichtsformen in Lüchingen gelöst werden könnten: «Bei der Auslegeordnung hat der Schulrat ganz bewusst noch keine Varianten ausgeschlossen. Auch jene nicht, die aus Sicht des Schulrates unrealistisch sind.» Mit der Vorstellung der bisherigen Überlegungen will der Schulrat frühzeitig den Puls der Bevölkerung spüren.
Anhand der Rückmeldungen und Diskussionen will der Schulrat in den nächsten Wochen die weitere Strategie und Stossrichtung festlegen. «Mit diesem Vorgehen wollen wir möglichst gut auf die Ideen und Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen. Es ist uns wichtig, nicht am Willen der Bürgerinnen und Bürger vorbeizuplanen», erklärt Mattia Girardi, «letztlich sind es die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die entscheiden, was ihnen die Schule wert ist und wie sie den Schulraum entwickeln wollen.»
Neubau wird favorisiert
Nach aktuellem Wissensstand sind aus Sicht des Schulrates der Neubau eines Schulhauses oder eines Schulzentrums die zukunftsweisendsten Lösungen. Deshalb favorisiert er diese beiden Varianten. Die Voten in der Diskussion stützten den Schulrat in seinen Überlegungen und sprachen ihm Mut zu, visionär zu denken und die Planung von neuer Infrastruktur anzugehen. Auch die umfassende Information der verschiedenen Varianten und der frühe Einbezug der Bevölkerung wurde gelobt. Eine der denkbaren Varianten wäre alternativ zu einem Neubau ein Erweiterungsbau an einem bestehenden Schulstandort. Wobei bei dieser Variante der anstehende Sanierungsbedarf aller drei Schulhäuser nicht ausser Acht gelassen werden darf. «Uns ist bewusst, dass alle Varianten ihre Vor- und Nachteile haben. Genau deshalb suchen wir die Diskussion», sagt Mattia Girardi. Hinzu komme, dass der Schulrat die emotionalen Aspekte nur sehr schwer abschätzen könne und diese deshalb früh abholen will.
Langfristige Lösung wird angestrebt
Wenn es nach dem Schulrat geht, will er keine Pflästerlipolitik betreiben, sondern jetzt die Weichen für die nächsten 30 bis 50 Jahre stellen. Dabei sollen auch die Bedürfnisse der Dorfvereine berücksichtigt werden. Denkbar ist, dass der Schulrat im weiteren Prozess eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Schule, der Bevölkerung und den Vereinen einsetzt, welche die unterschiedlichen Interessen vertreten und Überlegungen einbringen. «Jetzt gilt es zuerst anhand der schriftlichen Befragung und der Diskussionen zu analysieren, ob der Schulrat mit seinen Gedanken auf dem richtigen Weg ist oder die Bevölkerung ganz andere Lösungsansätze sieht», sagt Mattia Girardi.
Allzulange Zeit um sich Gedanken zu machen bleibt hingegen nicht. Denn der Raumbedarf drängt. Dies zeigte Schulleiterin Yvonne Weder in ihrem Teil der Präsentation eindrücklich auf. Hinzu kommt, dass in absehbarer Zeit weitere Provisorien aufgestellt werden müssen, um den akuten Raumbedarf zu decken. Dies hat allerdings nicht direkt mit der langfristigen Schulraumstrategie zu tun sondern ist so oder so notwendig.
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