Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) empfiehlt in einem nun öffentlich gewordenen Dokument, das Projekt eines Windparks im Krinau nicht weiter zu verfolgen. Damit dürfte es die Idee im Toggenburg schwer haben.
Drei Windenergieanlagen auf dem Gemeindegebiet von Wattwil und Mosnang: Das sieht das Windprojekt Krinau vor. Dahinter stehen die Thurwerke AG und die Groupe E Greenwatt AG. Von Ende 2014 bis Ende 2015 wurden am Standort Windmessungen vorgenommen, die laut den potenziellen Betreibern positive Ergebnisse erbrachten. Im Dezember 2017 wurde eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen, die danach der St.Galler Regierung zuging - zusammen mit dem Antrag auf Aufnahme des Projektes in den Kantonalen Richtplan.
Wie der Verband «Freie Landschaft Schweiz» nun bekanntgibt, hat die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) aber vor wenigen Tagen ein Dokument veröffentlicht, das Kritik am Windpark Krinau übt. Darin heisst es, die Turbinen würden «von den verschiedensten Kuppen und Graten des BLN-Gebietes (Hörnli-Bergland) aus sichtbar als dominante technische Infrastrukturanlagen wirken und als Hintergrund den bis anhin freien Blick über die Höhenzüge, Kuppen und Gipfel des BLN-Gebiets massiv stören.»
Das Fazit der ENHK: Das Vorhaben wäre eine «schwere Beeinträchtigung hinsichtlich der Schutzziele des unmittelbar an den Projektbereich angrenzenden BLN-Objektes Nr. 1420 zu werten.» Es folgt die Empfehlung, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen.
«Freie Landschaft Schweiz» nimmt das als Anlass, den Kanton St.Gallen aufzufordern, das Projekt Windpark Krinau sofort fallen zu lassen». Das bedrohte Gebiet «Hörnli-Bergland» werde ganz besonders von der von Dichtestress geplagten Bevölkerung des Kantons Zürich als Erholungsgebiet sehr geschätzt und sei für die ansässige Flora und Fauna höchst wertvoll.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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