Neun überzeugende, vorbildliche Energieprojekte haben am 8. November im Thurgauerhof in Weinfelden den Thurgauer Energiepreis erhalten. In feierlichem Rahmen würdigte Regierungsrat Walter Schönholzer das Engagement der Preisträger für ihren Beitrag zur sicheren Energiezukunft.
Alle drei Jahre prämiert der Thurgauer Energiepreis zukunftsgerichtete Energieprojekte im Kanton. Die 80 eingegangenen Wettbewerbsbeiträge sind eindrückliche Beispiele dafür, wie sich Private, Unternehmen, Organisationen und Gemeinden aus eigenem Antrieb im Bereich der effizienten Energienutzung und der erneuerbaren Energien engagieren.
Mit ihrem Einsatz tragen sie zur sicheren und umweltfreundlichen Energieversorgung im Kanton bei, was – so betonte Regierungsrat Walter Schönholzer an der feierlichen Übergabe – vor dem Hintergrund der aktuellen unsicheren Versorgungssituation besonders bedeutend sei.
Seinen Ausführungen nach ist der massive Ausbau von erneuerbaren Stromerzeugungs- und Speicheranlagen dringend notwendig. Dabei brauche es alle Technologien: Solaranlagen, Wasserkraft, Windenergie, Geothermie und Biogasanlagen. Die Haltung «ich bin für erneuerbare Energie, aber nicht vor meiner Haustüre» bringe uns nicht weiter. Der Energiepreis mache deutlich, dass für die sichere Energieversorgung neben politischen Rahmenbedingungen und finanziellen Anreizen Menschen wichtig seien, die zielstrebig eine Idee verfolgten, vorbildhafte Energieprojekte realisierten und damit zur Nachahmung inspirierten.
Erstmals «Solargemeinden» ausgezeichnet
Die Wettbewerbsjury hatte 2023 erstmals für den Energiepreis auch die «Thurgauer Solargemeinde» ausgewählt. Diese neue Auszeichnung konnten Hüttlingen und Tägerwilen entgegennehmen. Die Gemeinde Hüttlingen erhält den Preis für den grössten Zubau an Photovoltaik-Anlagen (PV) pro Einwohner und unter Berücksichtigung des Anteils Solarstrom im Strommix. Dabei stellte sich die Kombination aus kommunaler Förderung für PV-Anlagen und der Nutzung des überschüssigen Solarstroms aus diesen Anlagen zur Erhöhung des Anteils Solarstrom im Strommix als Erfolgsrezept heraus.
Die zweite «Thurgauer Solargemeinde», Tägerwilen, installierte auf Grundlage eines Ausbaukonzepts auf dem Gemeindegebiet frei zugängliche E-Ladesäulen für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Damit lässt sich überschüssig produzierte Solarenergie über die Elektromobilität nutzen. Die Jury beurteilt das Tägerwiler Projekt als echte Innovation einer Gemeinde, das Anerkennung verdient.
Insgesamt neu Siegerprojekte
Neben der «Thurgauer Solargemeinde» zeichnete die Jury weitere sechs Projekte in den Kategorien Bildung, Energieeffizienz KMU/Gewerbe, Sanierung, Mobilität, Idee sowie Neubau aus. Darüber hinaus prämierte die Thurgauer Kantonalbank eine vorbildhafte Sanierung mit ihrem Sonderpreis. Die neun Preisträger durften an der Preisverleihung ihre Checks über 2’500 Franken entgegennehmen.
Die Durchführung des Thurgauer Energiepreises hat eine breite Trägerschaft ermöglicht, bestehend aus: Amt für Energie des Kantons Thurgau, Energiefachleuten Thurgau, Thurgauer Kantonalbank, Thurkraftwerk AG Thurstrom, EKT, IG Passivhaus, Lignum Ost, Solarstrom-Pool Thurgau, suissetec Thurgau, Gebäudehülle Schweiz Sektion Thurgau, HEV Thurgau, WWF und Pro Natura Thurgau.
Die Wettbewerbsjury
Die Fachjury wählte aus den 80 Wettbewerbsbeiträgen die neun Preisträger aus. Sie setzte sich zusammen aus:
• Walter Schönholzer, Regierungsrat, Jurypräsident, Frauenfeld
• Andrea Paoli, Ingenieur FH/NDSE/EMBA, Amt für Energie Kanton Thurgau, Frauenfeld (Stellvertreter)
• Philippe Baumann, Vorstand WWF Thurgau
• Kaspar Böhi, Geschäftsführer Thurkraftwerk AG
• Alfonso De-Stefani, Dipl.- Ing. HTL, ADapt GmbH, IG Passivhaus Schweiz
• Christof Drexel, Klimaneutralitätsfanatiker, drexel reduziert gmbh
• Sven Fitz, M.Sc. Geowissenschaften, Vorstand Solarstrom-Pool
• Simon Geisshüsler, M.Sc. Maschinenbau, Leiter Technik und Betriebswirtschaft Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband suissetec, Zürich
• Toni Kappeler, Präsident Pro Natura Thurgau
• Josef Kolb, Experte und Fachbuchautor, Holzbauexperten GmbH, Langrickenbach
• Helmut Krapmeier, Dipl.-Ing. Architekt
• Thomas Leu, HEV Thurgau
• Markus Oegerli, Dipl. Architekt FH/SIA/Reg A, Energieberater
• Petra Roth, MBA ZFH, Leiterin Nachhaltigkeit, Thurgauer Kantonalbank
• Martin Simioni, Dipl.- Ing. ETH, CEO EKT-Gruppe
Alle Siegerprojekte
Die folgenden neun Thurgauer-Energieprojekte beurteilte die Fachjury als besonders zukunftsgerichtet, vorbildlich und nachahmenswert:
• Kategorie Mobilität
Mobilität für alle
Eschlikon, Gemeinde Eschlikon
• Kategorie Bildung
Workshop Balkonkraftwerk für die Bevölkerung
Gemeinde Tägerwilen, Energiekommission
• Kategorie Gebäude Erneuerung
Minergie-P-Eco-Sanierung eines Bauernhauses
Basadingen, Barbara und Andreas Zahn
• Kategorie Idee
Farbiger Strom – Konzept und Steuerungsgerät zur Lastverteilung im Stromnetz
Tägerwilen, Andreas Kümmel
• Kategorie Neubau
Nachhaltiger Neubautrakt
Weinfelden, Primarschule Weinfelden
• Kategorie Energieeffizienz KMU/Gewerbe
Erneuerbare Energie für ein ganzes Quartier
Bottighofen, Underi Müli AG, Peter Munz
• Kategorie Sonderpreis der Thurgauer Kantonalbank
Nachhaltige Komplettsanierung eines Einfamilienhauses
Bürglen, Marlene und Andreas Kuster
• Kategorie Thurgauer Solargemeinde (2-teilig)
Höchster PV-Zubau unter Berücksichtigung des Anteils Solarstrom im Strommix
Dank Ladeinfrastruktur Solarstrom für alle
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