Mit dem Bus unterwegs: Das ist nicht überall im Kanton St.Gallen eine flüssige Sache. Die Behörden haben das Strassennetz nun analysiert und 40 Schwachstellen aufgedeckt.
Wer auf den Strassen unterwegs ist, kann ein Lied davon singen: Der Strassenverkehr im Kanton St.Gallen nimmt zu. Das Ergebnis sind zu Spitzenzeiten nicht selten Staus. Davon betroffen ist nicht nur der Individualverkehr, sondern auch Busse.
Das Amt für öffentlichen Verkehr und das kantonale Tiefbauamt haben nun den Strassenverkehr im Kanton genauer unter die Lupe genommen und gezielt nach «Schwachstellen» gesucht.
Als Problem ortet der Kanton, dass Busbevorzugungen an Lichtsignalanlagen und Haltestellen nicht überall vorhanden sind und Eigentrassierungen nahezu gänzlich fehlen. «Die Busse bleiben folglich an zahlreichen Orten täglich im Verkehr stecken und die Meldungen, dass Anschlüsse an Umsteigepunkten verpasst werden oder Busse ganz ausfallen, häufen sich», heisst es weiter.
Zwar wird heute schon punktuell reagiert, beispielsweise mit dem Einsatz von Zusatzfahrzeugen. Die Folge seien aber «hohe jährliche Zusatzkosten, die den Fahrgästen keine wahrnehmbare Mehrleistung bieten.» Zudem verringere diese Mehrkosten die Wirtschaftlichkeit einer Linie.
Die Analyse des Strassennetzes sollte zeigen, wo die Punkte liegen, an denen durch eine Behinderung der Busse systematisch Verlustzeiten entstehen. Auf diese Weise wurden insgesamt 40 solcher Schwachstellen im Kanton eruiert. Sie treten vor allem in den Agglomerationen und im grenzüberschreitenden Verkehr auf.
Das Ergebnis der Untersuchung war Grundlage für das 6. öV-Programm 2019-2023 und das 17. Strassenbauprogramm 2019-2023. Die Regierung hat nun die beiden Programme dem Parlament zugeleitet.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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