Die Facebook-Mitteilung von Paul Schlegel.
Er war für die FDP einst der «höchste St.Galler», nun wechselt er das Lager. Der Grabser Paul Schlegel spricht sich für Benedikt Würth (CVP) in den Ständerat aus. Bei seiner Empfehlung macht Schlegel den Regierungsrat zum «ehemaligen Gemeindepräsidenten von Mörschwil» - was dieser nie war.
Mit viel Hoffnung und dem prestigeträchtigen Amt des Kantonsratspräsidenten im Rücken machte sich Paul Schlegel vor vier Jahren daran, für den Nationalrat zu kandidieren. Die Kampagne stand, die Helfer waren bereit.
Dann machten Meldungen über Schwierigkeiten und Unregelmässigkeiten in Schlegels Firmengruppe die Runde. Der Freisinnige zog sich zurück. Zunächst aus der Politik mit dem Verzicht auf die Nationalratskandidatur und dem Rücktritt als Kantonsrat. Und dann auch aus seiner Partei. Schlegel war enttäuscht von der FDP, sprach davon, fallengelassen worden zu sein.
Der Bruch scheint komplett. Denn auf Facebook gibt Paul Schlegel nun bekannt, dass er bei den Ständeratswahlen vom 10. März 2019 Benedikt Würth wählen wird - den Kandidaten der CVP. Über die FDP-Kandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher, seine ehemalige Parteikollegin, verliert er kein Wort.
Die Persönlichkeit stehe bei dieser Wahl vor dem Parteiinteresse, schreibt Schlegel als Begründung für seine Empfehlung. Dazu kommen dürfte - auch wenn es nicht ausgesprochen wird -, dass er von der FDP enttäuscht ist.
Bei der Aufzählung der Qualitäten und Ämter von Würth verheddert sich Schlegel allerdings ein bisschen. Er schreibt, Benedikt Würth sei unter anderem der ehemalige Gemeindepräsident von Mörschwil. Offenbar verwechselt er da die Generationen: Franz Würth, Vater von Benedikt Würth, hat Mörschwil 30 Jahre lang geführt. sein Sohn war nie in diesem Amt.
Überraschend ist, dass sich Paul Schlegel überhaupt wieder zu politischen Themen äussert. Darauf hatte er in der jüngeren Vergangenheit verzichtet.
Die Facebook-Mitteilung von Paul Schlegel.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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