Dass der St.Galler Unternehmer und Nationalrat Marcel Dobler bei Franz Carl Weber einschlägt, war eine Schlagzeile. Nun sollten die Medien detaillierter informiert werden. Schlauer als zuvor ist aber eigentlich niemand.
Er selbst war noch in den Ferien, als erste Gerüchte die Runde machten. Der St.Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler, Mitgründer des Onlineshops Digitec und mit dessen Verkauf an die Migros reich geworden, steigt beim Spielwarenhändler Franz Carl Weber ein. Ein Schritt, der Sinn macht: Das Traditionsunternehmen hat harte Zeiten hinter sich, Dobler hat die nötige Erfahrung, um die Marke ins digitale Zeitalter zu führen.
Heute nun wollten Marcel Dobler und Yves Burger, CEO von Franz Carl Weber, die Medien über die Zukunft des Unternehmens informieren. Was dabei gesagt wurde, war entweder bereits bekannt oder ziemlich naheliegend oder eher irrelevant.
Man erfuhr laut den anwesenden Journalisten des «Blick», dass Dobler seit Kinderzeiten wegen des Weihnachtsprospekts von Franz Carl Weber von der Marke fasziniert ist (wie wir alle). Und dass Angebot und Prozesse modernisiert werden sollen (was logisch ist). Und dass die Beratung gestärkt werden soll (was jede Firma sagt).
Konkreter als das wurde es nicht, und da nur eine einzige Journalistenfrage zugelassen werden konnte, gab es darüber hinaus auch keine weiteren Details.
Dass die 19 Filialen in der Schweiz künftig verstärkt auch auf online setzen werden, war nach dem Einstieg von Dobler zu erwarten gewesen. Wie das genau aussehen wird, bleibt offen.
Mit anderen Worten: Vermutlich müssen wir alle auf den Weihnachtskatalog warten, bis wir sehen, was sich da hinter den Kulissen tut.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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