Mit «Promis» zum Sitz im Nationalrat? Neben einer Hauptliste und derjenigen der JGLP werden die Thurgauer Grünliberalen bei den Wahlen im Herbst mit einer dritten Liste an den Start gehen. Der Arbeitstitel lautet «Prominentenliste». Noch sind nicht alle Plätze besetzt.
Es hat schon fast Tradition bei der GLP Thurgau. Sie stellt bei den nationalen Wahlen eine Hauptliste zusammen, auf der die politischen Zugpferde der Partei kandidieren. Dazu kommt die Liste der jungen Ausgabe, der JGLP. Und schliesslich eine dritte Liste mit einem ganz bestimmten Fokus. 2015 war es eine Grünliberale KMU-Liste.
Und dieser Linie bleibt die Partei treu. Die Hauptliste für den 20. Oktober 2019 steht bereits, sie wurde am 24. April verabschiedet. Angeführt wird sie vom Grossrat Ueli Fisch , der gleichzeitig als Ständerat kandidiert. Die JGLP-Liste ist bezüglich Namen noch nicht definiert beziehungsweise spruchreif, aber auch sie wird kommen.
Bleibt die ominöse dritte Liste. Sie trägt, wie «Die Ostschweiz» weiss, den vorläufigen Arbeitstitel «Prominentenliste». Das bestätigt Robert Meyer, Präsident der Thurgauer GLP und Kantonsrat. Das wird wohl nicht der abschliessende Listenname sein, doch die Stossrichtung ist klar: Die GLP will auf dieser Liste mit Namen punkten, die man im Thurgau kennt, auch wenn sie vielleicht nicht oder nicht mehr politisch aktiv sind. Meyer dazu: «Es werden darauf auch im Kanton bereits bekannte Namen aufgeführt sein.».
Drei Kandidaten seien bereits fix gesetzt, für die restlichen drei Plätze würden noch Gespräche geführt. Bekannt ist bisher, dass Marc Haltiner einer der drei gesetzten Kandidaten ist. Der ehemalige Redaktor der Thurgauer Zeitung war in den 90er-Jahren für den damaligen Landesring der Unabhängigen (LdU) zwie Jahre lang Mitglied des Kantonsparlaments und kennt die Politik im Thurgau aus seiner langjährigen journalistischen Arbeit.
Wie viele Thurgauer Prominente die GLP letztendlich für ihre Liste zusammentrommeln kann, ist noch offen.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.