Mit dem Ständerat wird es wohl nichts. Patrick Ziltener von den Grünen will den Schwung aus dem Wahlkampf aber nutzen, um doch nach Bern zu kommen. Er stellt sich dem Nominationsverfahren für die Nationalratswahlen. Und: Ex-Nationalrätin Yvonne Gilli will zurück nach Bern.
Am kommenden Samstag findet die Nominationsversammlung der Grünen des Kantons St.Gallen für die Nationalratswahlen statt. Passenderweise im Botanischen Garten.
Der Kantonalvorstand der Partei schlägt für die Hauptliste sechs Frauen und sechs Männer vor. Spitzenkandidatin ist gemäss Listenentwurf Franziska Ryser, Mitglied des St.Galler Stadtparlaments und Ex-Parlamentspräsidentin.
Gleich dahinter folgt Patrick Ziltener. Der war bis vor kurzem in politischen Kreisen weitgehend unbekannt, hat nun aber gerade einen Ständeratswahlkampf hinter sich. Mit einem eher durchzogenen Resultat: In städtischen Gegenden schnitt er anständig ab, auf dem Land war er für die meisten Wähler kein Thema.
Dass Ziltener nun auf die Nationalratsliste will, erstaunt nicht. Erstens können die Grünen von seiner neugewonnenen Bekanntheit profitieren. Und zweitens sind die Themen, die er verfolgen will, allen voran der Klimawandel, nicht nur im Ständerat ein Thema, sondern natürlich auch in der grossen Kammer.
Ein weiterer Name, der aufhorchen lässt, ist der von Yvonne Gilli. Sie gehörte 2008 bis 2015 bereits dem Nationalrat an und will nun offenbar dorthin zurück. Zu finden ist sie an dritter Position.
Auch der St.Galler Kantonsrat Basil Oberholzer gehört trotz seiner jungen Jahre zu den Aushängeschildern der Grünen. Dasselbe - punkto Bekanntheit, nicht Alter - trifft auf seinen Rheintaler Amtskollegen Meinrad Gschwend zu. Mit Thomas Schwager, ebenfalls Kantonsrat, kandidiert der Präsident der St.Galler Grünen. Und mit der ehemaligen Kantonsrätin Franziska Wenk steht eine weitere parlamentserfahrene Kandidatin auf der Liste.
Die Aufzählung ist nicht abschliessend: Es finden sich weitere Kantonsräte und Stadtparlamentarierinnen unter den Namen - siehe unten.
Alles in allem kann man feststellen: Die Grünen treten mit einer ausgesprochen starken Liste an. Die überwiegende Mehrheit hat politische Erfahrung und einen gewissen Bekanntheitsgrad über die Heimregion hinaus. Das Ziel ist offensichtlich: Wieder in den Nationalrat zu gelangen. Jedenfalls sieht die Liste nicht nach einer Alibiübung aus.
Und das ist sie komplett:
• Ryser Franziska, St.Gallen, MSc. ETH Maschineningenieurwissenschaften, Stadtparlamentarierin
• Ziltener Patrick, St.Gallen, Prof. Doc. Dozent Uni Zürich, St.Gallen; selbständiger Wirtschafts- und Sozialforscher
• Gilli Yvonne, Wil, Dr. med. Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
• Stutz Daniel, Wil, dipl. Ing.-Agr. ETH, Stadtrat Wil
• Zschokke Tanja, Rapperswil-Jona Landschaftsarchitektin, Stadträtin Rapperswil-Jona
• Oberholzer Basil, St.Gallen Ökonom, Dr. rer. pol., Kantonsrat
• Würmli Rahel, Rapperswil, Natur- und Umweltfachfrau, Alt-Stadträtin Rapperswil-Jona
• Gschwend Meinrad, Altstätten Journalist, Umweltberater, Kantonsrat
• Wenk Franziska, St.Gallen, Rechtsanwältin, Primarlehrerin, Alt-Kantonsrätin
• Fäh Marco, Kaltbrunn, Leiter Steueramt, Kantonsrat
• Noger Eva, Wil, Schulleiterin, Stadtparlamentarierin
• Schwager Thomas, St.Gallen Geschäftsführer, Kantonsrat
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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