Heute entscheidet die Fraktion der FDP.Die Liberalen in der Bundesversammlung, wen sie ins Rennen für die Ersatzwahlen in den Bundesrat schickt. Stünde die Wilerin Karin Keller-Sutter nicht auf dem Ticket, wäre das eine grosse Überraschung. Wirklich spannend wird es erst am 5. Dezember.
Wer zieht am 5. Dezember neu für die FDP in den Bundesrat ein? Diese Entscheidung wird heute vorgespurt. Die FDP-Fraktion im Bundeshaus nominiert ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin. Beziehungsweise wahlweise auch zwei, drei oder mehr - theoretisch. Die Freisinnigen müssen nicht nur auf bestimmte Personen setzen, sondern vor allem auch auf eine Wahlstrategie.
Es ist davon auszugehen, dass der vereinigten Bundesversammlung kein Einervorschlag vorgesetzt wird. Egal, wie gut die Kandidatur inhaltlich ist, ein solches Vorgehen wird von den anderen Parteien als arrogant und eine Zwängerei empfunden. Beispiele aus der Vergangenheit, namentlich bei der SVP, zeigen, dass es nicht gut ankommt, den National- und Ständeräten keine Auswahl vorzusetzen. Und das erhöht die Gefahr von Wahlüberraschungen.
Deshalb müssen sich die anderen FDP-Kandidaten neben Karin Keller-Sutter, die von ihren Kantonalparteien ins Rennen geschickt wurden, auch oft anhören, sie seien Alibikandidaten. Denn vieles spricht dafür, dass die Ständerätin aus Wil innerhalb der Fraktion völlig unbestritten ist - auch bei der eigentlichen Wahl in drei Wochen. Und wer auch immer neben ihr antreten wird, tut das eher pro forma.
Es wäre eine veritable Situation, wenn die ehemalige St.Galler Regierungsrätin nach heute nicht offizielle Kandidatin ihrer Partei für die Ersatzwahlen am 5. Dezember wäre. Was dann geschieht, ist ohnehin völlig offen, weil neben der FDP auch bei der CVP eine Vakanz besteht, die im Wahlverfahren zuerst erledigt wird. Die erste Hürde heute aber ist ein Heimspiel für Karin Keller-Sutter.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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