Ein Demonstrationszug hat sich durch die St.Galler Innenstadt bewegt. Es waren Kantischüler, die den Klimawandel bekämpfen wollen.
Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Burggraben haben am Freitag, 11. Januar bereits zum zweiten Mal einen «Klimastreik» ausgerufen. Damit wollen sie erreichen, dass in St.Gallen ein sogenannter «Klimanotstand» ausgerufen wird. Ähnliche Aktionen finden auch in anderen Schweizer Städten statt.
Beim Zug durch die Stadt skandierten die Schüler Parolen und hatten Transparente dabei - aus unerfindlichen Gründen zum grössten Teil auf Englisch formuliert. Kritisiert wurde in erster Linie die aktuelle Umweltpolitik, die gemäss den Demonstranten den Klimawandel begünstige.
In den sozialen Medien wurde schon die erste Durchführung des Klimastreiks - der nächste Woche wiederholt werden soll - kontrovers diskutiert. Einige befürworten das gesellschaftliche Engagement, andere sehen es kritisch. «Schüler werden nicht bezahlt und schwänzen die Schule gerne. Sie können nicht 'streiken'», meinte beispielsweise einer auf Twitter.
Für die Schulleitung sind die Aktionen ohnehin eine Herausforderung. Einerseits können sie es nicht gutheissen, dass Schüler dem Unterricht einfach fernbleiben. Laut dem «Tagblatt» mussten sie dieses Mal daher auch eine ordentliche Absenz vorweisen beziehungsweise ein Urlaubsgesuch. Andererseits dürfte es für die Pädagogen schwer sein, den Jugendlichen eine aktive Einmischung in ein zentrales Thema zu verbieten. Immerhin wird ja stets gefordert, dass sich auch junge Menschen an der Politik beteiligen.
Ob der Marsch durch die Innenstadt, bei dem die meisten Passanten vermutlich gar nicht mitbekamen, um was es geht, das richtige Mittel ist: Das ist wieder eine andere Frage.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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