Die Schweiz, das Land der Revolutionären Kommunisten? Ja, «Der Funke», eine marxistische Organisation, hat kürzlich die «Revolutionäre Kommunistische Partei» (RKP) gegründet. Mit dabei: die JUSO und die SP.
Die Gründung der RKP fand am 9. Februar 2024 statt. Zum «Funken» bekennen sich lokal bekannte Politiker der Juso, zum Beispiel der Thurgauer Juso Ex-Präsident, Joël Reichelt. Der war sogar Geschäftsleitungsmitglied der kantonalen SP. Genug Zeit und Ressourcen, um die Positionen klar zu definieren und eine konkrete Agenda vorzulegen, hatte man offenbar aber nicht. Stattdessen bekommen wir von der Sturmabteilung der JUSO und der SP vage Aussagen und grosse Versprechen ohne konkrete Pläne.
Lehren aus dem Geschichtsbuch – oder eben nicht
Man könnte denken, dass eine Partei, die kollektive Aktionen der Arbeiterklasse wie Streiks und Demonstrationen fördert, ein wenig aus der Zeit gefallen scheint. Aber hey, wer sind wir, um den Fortschritt aufzuhalten, nicht wahr? So strahlt einem ein breites, buntes Grinsen beim Aufruf der Website «derfunke.ch» entgegen: Es ist die Abbildung Lenins, passend ergänzt mit dem Höhepunkt wohlstandsverwahrloster Feststellungen, Lenins Theorien seien revolutionär, sein Werk unser Erbe: «Lenin lebt!»
Unklares Parteiprogramm, klarer Hass
«Der Funke» behauptet, er sei nicht linksextrem. Aber gegen Gewalt «seitens der Unterdrückten» hat man offenbar nichts. Das sei nicht dasselbe wie die «Gewalt der herrschenden Klasse». Wer etwas anderes sage, sei «konterrevolutionär». Mit solchen Denkfiguren legitimiert man Gewalt. So haben einige Querulanten letztens in einem Zürcher Wohnquartier die Wasserversorgung abgeschaltet und den Zugang dazu anschliessend zubetoniert. Der Anlass: «Boykottiert die Reichen». Welche Gewalt ist denn nicht «revolutionär» gerechtfertigt?
Mitglieder um jeden Preis
Gleichzeitig wird die Gunst der Stunde genutzt, um neue Mitglieder, in der Sprache der Kommunisten «Genossen» bezeichnet, anzuwerben. Die anlässlich des Palästina-Krieges sehr aufgemischte und rege diskutierende Masse an Unis und Gymnasien scheint da nahezu perfekt. Im Teich der wohlstandsverwahrlosten Pimpfe wird mit der Angst vor dem Kapitalismus und der Gefahr durch die Juden um Mitglieder geworben. Und die «Revolutionäre» bekleben die Kandelaber in der Nähe der Schulen mit Karl Marx’ Konterfei.
Lenin und Stalin
«Der Funke» bezeichnet sich selbst als marxistisch. Wissen die Jung-Marxisten, dass unter dem Banner dieser Ideologie mehr Menschen umgebracht wurden als Hitler es je schaffte? Es wäre interessant zu wissen, warum man sich für diese Bezeichnung entschieden hat und ob die JUSOS und SP-Mitglieder sich der damit verbundenen historischen Last bewusst sind.
Hermann Lei (*1972) ist Anwalt und Thurgauer SVP-Kantonsrat.
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