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Eine vergnügliche Spurensuche

Peter Eggenberger schreibt Buch über den Appenzeller Witz

Er ist in Walzenhausen aufgewachsen, kennt also den Appenzeller Witz von Kindesbeinen an. Doch bevor er sich mit der Sprache und dem einheimischen Witz beschäftigte, zog es ihn in die weite Welt.

Die Ostschweiz am 26. März 2023

Text: Isabelle Kürsteiner

Seine Abenteuerlust trieb ihn nach der Drogisten-Lehre in die Fremdenlegion. Stationen danach waren das Lehrerseminar in Kreuzlingen und ein Logopädie-Studium. Mit Freude arbeitete Peter Eggenberger als Lehrer, später an der Sprachheilschule St. Gallen. Sein grosses Interesse an der Sprache war geweckt.

Grosses Interesse an Sprache

Ab 1982 wurde Journalismus seine Haupttätigkeit. Und 1989 erschien sein erstes Buch mit humorvollen Kurzgeschichten im Kurzenberger Dialekt, wobei jede einzelne Geschichte eine Pointe, sprich Witz, enthielt. Immer wieder stellte sich Eggenberger die Frage, woher der Witz kam und wie sich die Witzkultur im Appenzellerland entwickelt hatte. Als er dann zur touristischen Belebung des Appenzellerlands den Witzwanderweg erfand, begab er sich natürlich intensiver auf die Spuren des Witzes und stiess dabei auf den 1749 in Gais beginnenden Kurtourismus, der sich nach Appenzell und bis ins Appenzeller Vorderland ausbreitete. Molken-Kurgäste aus der Schweiz, Österreich und Deutschland beschrieben die Appenzeller als Meister der Schlagfertigkeit.

Situation David gegen Goliath

Geboren war das Klischee der klein gewachsenen, lustigen und witzigen Leute aus der Ostschweiz. Viele, die von ihnen hörten, wollten sie auch sehen und erleben. Autoren wie Reiseschriftsteller Joh. Gottfried Ebel (1764-1830) sowie Volkskundler und Sängervater Alfred Tobler, Volksschriftsteller Jakob Hartmann und Lehrer Ruedi Rohner hatten sich mit ihnen beschäftigt und verschiedene Schriften sowie Bücher herausgegeben. Seit 2012 gehört der Appenzeller Witz gar zum immateriellen Unesco-Kulturgut. Meist beinhaltet er den Kampf von David gegen Goliath, denn er richtet sich gegen Obrigkeiten und Autoritäten. Deshalb werden auch Frauen immer wieder in den Mittelpunkt der feinsinnigen Kritik gestellt, waren sie doch in der Ursprungszeit des Appenzeller Witzes diejenigen, die das Geld der Familie verwalteten und somit gehörten auch sie als „Innenministerinnen“ zu den Autoritätspersonen.

Eine vergnügliche Literaturstunde

Wer Peter Eggenberger kennt, weiss, dass er ein begnadeter Erzähler ist. Klar, dass er sein neustes Buch auch persönlich an verschiedenen Anlässen vorstellt (19.03. Forum Würth). Er freut sich sehr darüber, dass ihn verschiedene Bibliotheken in der Ostschweiz eingeladen haben, aus seinem Buch «Der Appenzeller Witz – eine vergnügliche Spurensuche» zu lesen. Weiter hat ihn der Appenzeller Verlag in Schwellbrunn für „WortOrt“ (18.03.) engagiert. Wenn der Witzologe agiert, blitzen seine Augen und er gibt natürlich wie auch im Buch zu der Entstehungszeit des Witzes kurze, prägnante und fesselnde Erklärungen ab. Eggenberger hat die Geschichte des Appenzeller Witzes in 79 kurzen Kapiteln aufgeschrieben. Darin kommen die einfachen Leute beider Appenzell, aber auch die oben genannten Witzologen und Originale sowie pfiffige Ärzte, Pfarrer und beispielsweise Hoteliers vor. Weitere Hauptakteure im Buch sind Carl Böckli, Kurt Metzler, Mani Matter und gar der rumänischen König. Auf 184 Seiten zeigt der Publizist humorvoll auf, das der Appenzeller Witz ein soziales Nivellierungsinstrument und krisensicher ist.

Der Appenzeller Witz – eine vergnügliche Spurensuche von Peter Eggenberger, Appenzeller Verlag, ISBN 978-3-85882-878-1, 184 Seiten, 79 kurze Kapitel.

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