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FCSG

Richtig, aber...

Ein richtiger Schritt aus Sicht des Clubs, aber zu spät: Das sagt der FCSG-Kenner Markus Scherrer zu Contini.

Marcel Baumgartner am 26. April 2018

Markus Scherrer ist heute für die Kommunikation der Gemeinde Flawil zuständig. Zuvor war er aber viele Jahre als Sportjournalist aktiv, unter anderem auch für die ehemalige Tageszeitung «Die Ostschweiz». Er hat den FC St.Gallen lange schreibend begleitet und ist ein intimer Kenner des Vereins.

Markus Scherrer, ist der Trainer grundsätzlich immer der Sündenbock, wenns mal nicht so läuft? Weil er am einfachsten auszutauschen ist?

Grundsätzlich ist es eben immer am einfachsten, den Trainer zu entlassen, als eine ganze Mannschaft auszutauschen. Doch im aktuellen Fall des FC St.Gallen ging es nicht darum, einen Sündenbock zu suchen. Der Entscheid, mit Giorgio Contini die Zusammenarbeit per sofort zu beenden, hatte andere Gründe, atmosphärische Gründe.

Bis auf die letzten paar Spiele war Contini ja von aussen betrachtet erfolgreich. Ist unter diesen Umständen eine Entlassung aus «atmosphärischen» Gründen überhaupt zu rechtfertigen?

Die Trennung ist in diesem Fall gerechtfertigt und unabhängig von den Resultaten zu betrachten. Wenn die Zusammenarbeit zwischen dem Sportchef, der eben erst seine Aufgabe angetreten hat und ein Konzept umsetzen will, und dem Trainer nicht funktioniert, fehlt einfach die Basis für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit.

Wie viel Zeit sollte man einem Trainer grundsätzlich geben, bis er der Mannschaft seinen Stempel aufgedrückt hat?

In der Regel sollte man vom ersten Spiel an zumindest ansatzweise die Handschrift eines Trainers sehen. Wie viel Zeit einem Trainer zugestanden wird, ist stark von den Resultaten abhängig. Mehrere Niederlagen in Serie haben stets auch Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft. Nur Erfolge stärken auch die Arbeit und Ideen eines Trainers.

Laut Alain Sutter hat die Mannschaft jüngst stagniert. Deckt sich das mit Ihren Beobachtungen?

Das kann man durchaus so sehen. Wobei der FC St.Gallen seinem Ruf auch in dieser Saison ziemlich treu geblieben ist: Auf Hochs folgen Tiefs, auf sehr gute Auftritte folgen miserable Leistungen.

Wenn der Schritt grundsätzlich richtig war, ein Wort zum Zeitpunkt: War der auch richtig?

Der Schritt war aus der Sicht des Clubs richtig. Die neue Führung hätte diesen allerdings bereits bei Amtsantritt machen müssen. Als Alain Sutter seine Philosophie kundtat, war schon klar, dass sich diese nicht mit jener von Giorgio Contini deckte. Dass es zwischen diesen beiden nicht funktionieren würde, war deshalb von Beginn weg klar.

Entspricht der momentane 4. Platz eigentlich der effektiven Stärke dieses Teams?

Ich würde es so ausdrücken: Dass der FC St.Gallen mit diesem Team nach wie vor um Platz drei mitspielen kann, spricht für die Arbeit des (ehemaligen) Trainers. Nun kann man fragen: Weshalb trennt man sich denn von diesem Trainer? Die Antwort: Wenn Trainer und Sportchef nicht am selben Strick ziehen, hat dies nicht unmittelbar Auswirkungen. Die Folgen wären erst in der nächsten und übernächsten Saison zu sehen.

Welche Art Trainer braucht der FCSG?

Der FC St.Gallen braucht jetzt einen Trainer, der dieselbe Philosophie vertritt wie der Sportchef. Und Alain Sutter hat es ja klar formuliert: Es soll ein Trainer sein, der einen begeisternden Offensivfussball spielen lässt, der den Nachwuchs integriert und damit fördert. Wobei auch hier gesagt werden muss: Giorgio Contini kann beim besten Willen nicht vorgeworfen werden, die Nachwuchsspieler nicht gefördert zu haben.

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Autor/in
Marcel Baumgartner

Marcel Baumgartner (*1979) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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