logo

Rüsten für die Zukunft

«Schlechte Transportunternehmer gibt es in der Schweiz keine mehr»

Ehrliche Arbeit, ein gesundes, verkraftbares Wachstum – und weit weg von einer «Geiz ist geil-Strategie» - so rüstet sich die Hasler Transport AG für die Zukunft. Den Herausforderungen will man mit individuellen Ansätzen begegnen, sagt Kurt Steiner. 

Manuela Bruhin am 08. März 2023

Sie sind gesamtschweizerisch tätig. Wie wichtig ist der Wirtschaftsstandort Ostschweiz für Sie?

Der Wirtschaftsstandort Ostschweiz ist für uns als Hasler Transport AG und den dazugehörenden Tochterfirmen extrem wichtig. Rund 80 Prozent unserer Kunden haben ihr Domizil in der Ostschweiz. Daraus ist sehr gut ersichtlich, welches Wirtschaftsmagnet der Osten unseres Landes in den vergangenen Jahren geworden ist. Und für uns als Dienstleister gibt es fast nichts Angenehmeres, als in der Nähe unserer Kunden zu sein. Das ergibt eine ganz besonders positive Kundenbindung und grosse Flexibilität.

In den vergangenen Jahren konnten Sie immer wieder Stückgutaktivitäten von anderen Firmen übernehmen. Auf welchen Meilenstein in der langjährigen Geschichte sind Sie besonders stolz?

Es ging bei keiner der Firmenübernahmen darum, «Meilensteine» zu setzen. Grundsätzlich hatte jede Integration ihre ganz eigene Geschichte. Sämtliche Firmen waren in Familienbesitz und hatten mit der Nachfolgeregelung zu kämpfen. Da bot es sich an, dass diese auch in einen familiengeführten KMU-Betrieb integriert oder übernommen wurden. Diese Vorgehensweise hat sich bis heute bewährt. Familienunternehmungen in eine bestehende Familienunternehmung – das passt!

Wie hat sich die Arbeit über all die Jahre verändert?

Grundsätzlich ist es noch immer die gleiche Arbeit, wie es vor 20 Jahren der Fall war: Transportgut beim Kunden abholen, umschlagen auf der heimischen Plattform und am Folgetag die Zustellung beim Endempfänger in der ganzen Schweiz. Massiv zugenommen haben die Termin-Sendungen auf die genauen Zeiten, insbesondere bei Baustellen. Klar hat es mit der Einführung der Digitalisierung einige Änderungen gegeben. So übermittelt der grösste Teil unserer Kunden ihre Sendungen direkt in unser EDV-System. Die Sendungsverfolgung und die papierlose Zustellung sind nur einige Punkte. Auch haben sich die Fahrzeuge in punkto Sicherheit und Umweltschutz sehr positiv verändert. Seit gut zehn Jahren beobachten wir, dass die Sendungen pro Lieferung kleiner und leichter werden. Im Gegenzug ergibt dies mehrere Anfahrten für die gleiche Menge. Beispielsweise hatte ein Kunde früher eine Lieferung von drei Paletten in einer Woche bestellt, heute bezieht er die gleiche Menge zu je einer Palette in drei Lieferungen innerhalb derselben Woche. So entstand auch ein Umdenken bei der Beschaffung des Fuhrparks. Die Tendenz ist klar: eher kleinere Nutzfahrzeuge mit entsprechend tieferer Nutzlast.

Wo können Sie sich besonders gut von der Konkurrenz abheben?

Schlechte Transportunternehmer gibt es in der Schweiz keine mehr. Spätestens nach der Einführung der LSVA 2001 gab es eine massive Bereinigung auf dem Markt, was unserer Branche sicherlich «gut» tat. Insbesondere der Werkverkehr wurde in die professionellen Transportunternehmungen integriert. Wir sind ein familiengeführtes, mittleres Transport-Unternehmen mit vier Tochterfirmen in der Transportbranche. Die Pluspunkte gegenüber unseren Mitbewerbern sind sicherlich die unkomplizierte Arbeitsweise, verbunden mit der entsprechend hohen Qualität im Transport- und Logistikbereich. Auch intern pflegen wir sehr kurze administrative Wege, was wiederum nicht nur uns Mitarbeitenden, sondern auch unserer Kundschaft zugute kommt. Das «Gesamtpaket Hasler Transport AG» stimmt für alle involvierten Stellen. Ganz speziell pflegen wir mit unseren Kunden eine sehr partnerschaftliche Beziehung.

2016 haben Sie als erstes Transportunternehmen in der Schweiz das Frühscanning eingeführt. Wie wichtig sind solche Umsetzungen für das Unternehmen?

Die Corona-Zeiten haben wir überraschend gut überstanden, teilweise sogar von den Lieferengpässen profitiert. Wie die meisten Lagerflächen in der Schweiz sind unsere Logistikstandorte, auch dank möglichem Lieferengpässen, sehr gut belegt. Es werden wesentlich mehr Rohmaterialien und Endprodukte eingelagert, damit die Lieferkette nicht unterbricht. «Just in Time» ist eher wieder in den Hintergrund gedrängt worden. Wie die meisten Aspekte hat auch dieser eine Kehrseite. Aufgrund der Lieferengpässe bei unseren Fahrzeuglieferanten warten wir noch heute auf Rollmaterial, welches unter «normalen Bedingungen» schon lange im Verkehr wäre. Durch die zum Teil massiven Verzögerungen mussten wir die zu ersetzenden Fahrzeuge nochmals aufbereiten und reparieren. Ein unerwarteter Kostenfaktor, den wir als Firma vollumfänglich selber tragen müssen. Auch wir kochen nur mit Wasser: Der Fachkräftemangel ist auch in unserem Betrieb ein ständiges Thema. Wir haben das Glück, auf viele langjährige und qualifizierte MitarbeiterInnen zählen zu dürfen. Zudem helfen unsere AHV-ler nach wie vor tatkräftig mit, dass der Betrieb am Laufen bleibt. Da haben wir eine wirklich tolle Mannschaft beieinander.

Wie gehen Sie weiter mit den Herausforderungen um?

Den Bereich Frachtkräftemangel müssen auch wir proaktiv angehen. Bei uns können sich bewährte Fahrer der Kat B / BE intern weiterbilden und die Fahrprüfung C / CE anstreben. Die Kosten werden von der Firma übernommen. Im Gegenzug muss eine Verpflichtung von zwei Jahren eingegangen werden. Auch Lehrlinge im Bereich KV, Logistik und Strassentransportfachmann gehören zu unserem festen Mitarbeiterbestand. Ganz nach dem Motto: Wenn sich Personal nur schwer finden lässt, so müssen wir dieses eben noch mehr selber ausbilden. Und im geschäftlichen Bereich? Authentisch auftreten, ehrliche Arbeit abliefern und stets das positive Ziel der Qualität vor Augen haben. Dann kommt es gut. Dies verbunden mit einem gesunden, verkraftbarem Wachstum - und weit weg von der «Geiz ist geil-Strategie».

Einige Highlights

Uzwilerin mit begrenzter Lebenserwartung

Das Schicksal von Beatrice Weiss: «Ohne Selbstschutz kann die Menschheit richtig grässlich sein»

am 11. Mär 2024
Im Gespräch mit Martina Hingis

«…und das als Frau. Und man verdient auch noch Geld damit»

am 19. Jun 2022
Das grosse Gespräch

Bauernpräsident Ritter: «Es gibt sicher auch schöne Journalisten»

am 15. Jun 2024
Eine Analyse zur aktuellen Lage

Die Schweiz am Abgrund? Wie steigende Fixkosten das Haushaltbudget durcheinanderwirbeln

am 04. Apr 2024
DG: DG: Politik

«Die» Wirtschaft gibt es nicht

am 03. Sep 2024
Gastkommentar

Kein Asyl- und Bleiberecht für Kriminelle: Null-Toleranz-Strategie zur Sicherheit der Schweiz

am 18. Jul 2024
Gastkommentar

Falsche Berechnungen zu den AHV-Finanzen: Soll die Abstimmung zum Frauenrentenalter wiederholt werden?

am 15. Aug 2024
Gastkommentar

Grenze schützen – illegale Migration verhindern

am 17. Jul 2024
Sensibilisierung ja, aber…

Nach Entführungsversuchen in der Ostschweiz: Wie Facebook und Eltern die Polizeiarbeit erschweren können

am 05. Jul 2024
Pitbull vs. Malteser

Nach dem tödlichen Übergriff auf einen Pitbull in St.Gallen: Welche Folgen hat die Selbstjustiz?

am 26. Jun 2024
Politik mit Tarnkappe

Sie wollen die angebliche Unterwanderung der Gesellschaft in der Ostschweiz verhindern

am 24. Jun 2024
Paralympische Spiele in Paris Ende August

Para-Rollstuhlfahrerin Catherine Debrunner sagt: «Für ein reiches Land hinkt die Schweiz in vielen Bereichen noch weit hinterher»

am 24. Jun 2024
Politik extrem

Paradox: Mit Gewaltrhetorik für eine humanere Gesellschaft

am 10. Jun 2024
Das grosse Bundesratsinterview zur Schuldenbremse

«Rechtswidrig und teuer»: Bundesrätin Karin Keller-Sutter warnt Parlament vor Verfassungsbruch

am 27. Mai 2024
Eindrucksvolle Ausbildung

Der Gossauer Nicola Damann würde als Gardist für den Papst sein Leben riskieren: «Unser Heiliger Vater schätzt unsere Arbeit sehr»

am 24. Mai 2024
Zahlen am Beispiel Thurgau

Asylchaos im Durchschnittskanton

am 29. Apr 2024
Interview mit dem St.Galler SP-Regierungsrat

Fredy Fässler: «Ja, ich trage einige Geheimnisse mit mir herum»

am 01. Mai 2024
Nach frühem Rücktritt: Wird man zur «lame duck»?

Exklusivinterview mit Regierungsrat Kölliker: «Der Krebs hat mir aufgezeigt, dass die Situation nicht gesund ist»

am 29. Feb 2024
Die Säntis-Vermarktung

Jakob Gülünay: Weshalb die Ostschweiz mehr zusammenarbeiten sollte und ob dereinst Massen von Chinesen auf dem Säntis sind

am 20. Apr 2024
Neues Buch «Nichts gegen eine Million»

Die Ostschweizerin ist einem perfiden Online-Betrug zum Opfer gefallen – und verlor dabei fast eine Million Franken

am 08. Apr 2024
Gastkommentar

Weltweite Zunahme der Christenverfolgung

am 29. Mär 2024
Aktionswoche bis 17. März

Michel Sutter war abhängig und kriminell: «Ich wollte ein netter Einbrecher sein und klaute nie aus Privathäusern»

am 12. Mär 2024
Teuerung und Armut

Familienvater in Geldnot: «Wir können einige Tage fasten, doch die Angst vor offenen Rechnungen ist am schlimmsten»

am 24. Feb 2024
Naomi Eigenmann

Sexueller Missbrauch: Wie diese Rheintalerin ihr Erlebtes verarbeitet und anderen Opfern helfen will

am 02. Dez 2023
Best of 2023 | Meine Person des Jahres

Die heilige Franziska?

am 26. Dez 2023
Treffen mit Publizist Konrad Hummler

«Das Verschwinden des ‘Nebelspalters’ wäre für einige Journalisten das Schönste, was passieren könnte»

am 14. Sep 2023
Neurofeedback-Therapeutin Anja Hussong

«Eine Hirnhälfte in den Händen zu halten, ist ein sehr besonderes Gefühl»

am 03. Nov 2023
Die 20-jährige Alina Granwehr

Die Spitze im Visier - Wird diese Tennisspielerin dereinst so erfolgreich wie Martina Hingis?

am 05. Okt 2023
Podcast mit Stephanie Stadelmann

«Es ging lange, bis ich das Lachen wieder gefunden habe»

am 22. Dez 2022
Playboy-Model Salomé Lüthy

«Mein Freund steht zu 100% hinter mir»

am 09. Nov 2022
Neue Formen des Zusammenlebens

Architektin Regula Geisser: «Der Mensch wäre eigentlich für Mehrfamilienhäuser geschaffen»

am 01. Jan 2024
Podcast mit Marco Schwinger

Der Kampf zurück ins Leben

am 14. Nov 2022
Hanspeter Krüsi im Podcast

«In meinem Beruf gibt es leider nicht viele freudige Ereignisse»

am 12. Okt 2022
Stölzle /  Brányik
Autor/in
Manuela Bruhin

Manuela Bruhin (*1984) ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.