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Petition gegen Säulirennen

Schwein gehabt – oder doch ein Sau-Leben?

Sollen die beliebten Säulirennen an Messen grundsätzlich abgeschafft werden? Ja, wenn es nach einer Petition von Lukas Spichiger und Nancy Holten geht. Sie machen ganz konkrete Vorwürfe an die Veranstalter. Bei der Olma nimmt man zu diesen Stellung.

Manuela Bruhin am 03. Oktober 2019

Stress, zu wenig Futter, Lärm: Die herzigen Säuli haben an den beliebten Rennen alles andere als «Schwein gehabt» - finden zumindest Lukas Spichiger und Nancy Holten. Deshalb sollen die Anlässe an der Solothurner Herbstmesse der Vergangenheit angehören, fordert ihre Petition. «Die Schweine müssen während der HESO mehrmals am Tag gegeneinander in einem Rennen antreten, egal ob sie Lust dazu haben oder nicht. Sie bekommen vorher auch nichts zu fressen, bis zum Ziel des Rennens, wo ein Futtertrog steht», begründen die Beiden.

Doch stimmen die Vorwürfe wirklich? Und wie sieht es diesbezüglich an der OLMA aus?

Kurzer Schweinsgalopp

Die Rennsauen würden ein spannendes Leben führen, sagt Christian Manser, Präsident der Olma-Tierschauen. Derzeit befinden sich die Tiere im Trainingslager auf einem Bauernhof. «Täglich trainieren sie zweimal», so Manser. Die rund vier Monate alten Schweine würden also bestens auf die Rennen an der OLMA vorbereitet werden. Bis dahin bringen die Tiere zwischen 60 und 70 Kilo auf die Waage. Laut Manser ein ideales Gewicht für einen kurzen Schweinsgalopp. Anschliessend dürfte jedes weitere Kilogramm mehr auf den Rippen für ein etwas gemächlicheres Tempo sorgen. Darin unterscheiden sich die Tiere also nicht gross von uns Menschen.

«Snickers» gefällig?

Ähnlich ergeht es auch in Sachen Futterabgabe. Die Tiere einfach hungern zu lassen, damit sie im Rennen möglichst schnell die Futtertröge stürmen, würde überhaupt nicht funktionieren, sagt Manser weiter. «Die Schweine müssen bei Laune gehalten werden. Haben sie Hunger, werden sie ‘söderig’. Das ergeht uns ja nicht anders», sagt er lachend. Nur schafft hier eben kein «Snickers» Abhilfe, sondern vielmehr ein Apfel oder sonstige «Schweinereien» – also schweinische Leckereien.

Wichtiges Tierwohl

Überhaupt wird bereits im Vorfeld ausgesucht, welches Schwein sich für ein Rennen eignet. Aufmerksame und neugierige Tiere werden zusammengeführt und trainiert. Wenige Tage vor der Olma entscheidet sich dann definitiv, welche davon das Rennen machen dürfen – und welche nicht. Das Tierwohl steht dabei stets an erster Stelle, betont Manser.

Für solche Forderungen, wie es Lukas Spichiger und Nancy Holten aussprechen, hat man nicht viel Verständnis. Solche Leute würden sich an diesen Themen ereifern und eine Plattform suchen. Denn, so Manser: «Würden die Menschen sich so für ihre Mitmenschen einsetzen, wie sie es vermeintlich für die Tiere tun, hätten wir einige Probleme weniger.»

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Autor/in
Manuela Bruhin

Manuela Bruhin (*1984) ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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