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Theater St.Gallen

St.Gallen spielt, tanzt und singt - alles unter einem Dach

Mit dem Theater St.Gallen weist die Ostschweiz ein Dreispartenhaus von internationaler Ausstrahlung auf. Als einziges zwischen Zürich und München lockt es jährlich mehr als 150’000 Zuschauer an. Auf und hinter der Bühne arbeiten Menschen aus über 40 Nationen. Wir haben drei den Puls gefühlt.

Sibylle Jung am 06. September 2019

Sparte: Schauspiel

«Die Zuschauer sind ein weiterer Spielpartner»

«St.Gallen war für mich Liebe auf den zweiten Blick. Die Altstadt war für mich schon immer ein pittoreskes Fleckchen Schweiz. Allerdings bin ich in der ersten Zeit beim Theater St.Gallen oft nach Zürich gependelt und habe die Stadt hinter der schönen Fassade gar nicht richtig kennengelernt. Seit ich fest hier wohne, entdecke ich St.Gallen von einer ganz anderen Seite und habe sie lieben gelernt.

Das Theater St.Gallen ist das älteste Stadttheater der Schweiz. Ob wir verstaubt sind? Weit davon entfernt. Viele Uraufführungen mit aktuellen Themen und auch mit Bezug zur Region kommen auf die Bühne, was ich in dieser Form einzigartig finde. Das St.Galler Publikum schätzt das Theater. Den Leuten ist es nicht egal, was wir zeigen, und sie setzen sich mit den Stücken und deren Ästhetik auseinander. Das freut mich sehr, denn die Zuschauer sind wie ein weiterer Spielpartner, der mitentscheidet, ob eine Vorstellung gelingt oder nicht.

Ich möchte gerne einmal Richard III. spielen, also eine Männerrolle, und Lulu in Wedekinds gleich- namigem Stück. Das muss aber nicht hier und heute sein, denn so grosse Rollen machen nur Spass, wenn man ihnen auch spielerisch gewachsen ist. Als Schauspielerin arbeite ich oft, wenn andere frei-haben – und umgekehrt. Deshalb muss ich Freund-schaften ausserhalb des Theaters ganz bewusst pflegen. Meine unkonventionelle Tagesstruktur hat aber durchaus ihre Vorteile: kein Schlangestehen bei Ämtern, freie Bahn im Fitnesscenter, sonnige Nachmittage draussen geniessen …

Wenn ich einen Wunsch frei hätte? Ein Fluss in der St.Galler Innenstadt – ich liebe fliessendes Gewässer. Und vielleicht ein bis zwei ‹Spätis›, wo man nach 22 Uhr noch einkaufen kann.»

Anna Blumer mag: einkaufen in Nannas Gewürzladen, Freunde treffen im Blumenmarkt, malen im Ziit­Ruum, saunieren im Blumenwies, bouldern in der Boulderlounge, frühstücken im Oya, flanieren am Flohmarkt, am Wochenende «Palace – Grabenhalle – Schwarzer Engel» abklappern, auf einem Bänkli mit Feuerstelle in der Verlängerung der Berneggtreppe die Aussicht geniessen, snowboarden über der Stadt, spazieren im Frühling und die blühenden Obstbäume bestaunen, die sich in rosa Popcorn verwandeln, Pilze sammeln im Appenzellerland

Anna Blumer

Anna Blumer, Schauspielerin, ist im Kanton Aargau aufgewachsen und hat in Zürich und Wien studiert. Seit der Spielzeit 2016/17 gehört sie zum Ensemble des Theaters St.Gallen.

Sparte: Tanz

«Zum Tanzen ist es nie zu spät»

«Ich liebe Nebel. Wenn die Sonne scheint und man Richtung Drei Weieren geht, kann es sein, dass man bald über der Nebelgrenze ist und die Stadt in leichtem Nebel versinkt. Wunderschön dramatisch. In St.Gallen habe ich ein Zuhause gefunden. Ich liebe die Häuser um das Kloster herum. Im Dunkeln, wenn das Licht drinnen an ist, sieht man die spektakulärsten Decken und Malereien. Auch an unserem roten Platz kann ich mich nicht sattsehen. Das Farbenspiel der Monde, die verschiedenen Menschen: Banker, Künstler, Kindergärtner und Teenies, die auf den Bänken und Tischen tanzen. Trotz der Grösse der Stadt entdecke ich immer wieder neue schöne Ecken. Die Natur beginnt gleich um die Ecke und alles ist zu Fuss oder mit dem Rad einfach zu erreichen. St.Gallen ist auch ein gutes Pflaster für Tänzer. Nicht nur wegen des treuen – und ehrlichen! – Publikums im Theater St.Gallen, sondern auch wegen der vielen tollen Festivals. Wir haben zum Beispiel den TanzPlan Ost, an dem verschiedene Künstler der freien Tanzszene ihre Arbeiten zeigen.

Jeweils im Mai gibts zudem das Tanzfest – da tanzt die ganze Stadt über ein ganzes Wochenende lang. In meiner Karriere durfte ich schon in unzählige Rollen schlüpfen und vieles ausprobieren. Was mir noch fehlt, ist eine richtig böse oder gemeine Rolle – das würde mich reizen. Und wenn ich bestimmen dürfte, was ins Programm kommt, dann wäre das Musical Grease gesetzt. Der Film mit John Travolta hat mich durch meine ganze Jugend begleitet, und noch heute höre ich die Musik manchmal beim Putzen zu Hause. Eine professionelle Tanzkarriere ist zeitlich begrenzt, aber die Freude am Bewegen zur Musik kennt keine Grenzen. Oder anders gesagt: Zum Tanzen ist es nie zu spät – einfach ausprobieren und Spass haben.»

Stefanie Fischer mag: eine Quiche im L’Ultimo Bacio, Kaffee trinken in der Sonne vor dem Concerto, Weisswein im Drahtseilbähnli, mit der Fähre von Romanshorn nach Friedrichshafen fahren, das Festival TanzPlan Ost, St.Galler­Düütsch, die Museumsnacht im September, die Lokremise und natürlich das Theater St.Gallen

Stefanie Fischer

Stefanie Fischer, Tänzerin, gebürtige Zürcherin, hat in Zürich Tanz studiert und in Deutschland getanzt. Sie ist seit der Spielzeit 2015/16 Ensemblemitglied des Theaters St.Gallen.

Sparte: Musiktheater

«Operngenuss gibts in St.Gallen auch unter freiem Himmel»

«Als ich nach St.Gallen kam, ist mir eines sofort auf-gefallen: Alle grüssen sich. Ich finde das unglaublich schön. In Sibirien, wo ich herkomme, sagt einem auf der Strasse kein Mensch ‹Hallo›. Wenn es jemand doch tut, macht man sich am besten rasch aus dem Staub.

Das Theater St.Gallen ist für mich ein ganz besonderer Ort – hier habe ich gleich nach dem Studium mein erstes Engagement erhalten. Es ist zwar ein kleines Haus, aber bei Opernliebhabern bestens bekannt und beliebt. Dank der wunderbaren Festspiele gibt es Operngenuss in St.Gallen nicht nur im Stadttheater, sondern jeden Sommer auch unter freiem Himmel im Klosterbezirk. Ich liebe Belcanto- Rollen auf Italienisch – sie sind ein Traum für jeden Sänger und passen sehr gut zu meiner Stimme. Zum Beispiel die Gilda in Rigoletto, die Lucia in Lucia di Lammermoor oder Adina in L’elisir d’amore. Die russische Oper mag ich natürlich auch sehr gerne, weil das meine Muttersprache ist.

Der Alltag als Sängerin ist sehr erfüllend, aber auch anstrengend. Besonders vor den Premieren proben wir während rund sechs Wochen mehr als sieben Stunden pro Tag. Dazu kommen die Vorstellungen und das Einstudieren neuer Partien, die bald geprobt werden. Wenn ich Zeit habe, bin ich mit meiner Familie in der ganzen Ostschweiz unterwegs; wir lieben es, neue Orte zu entdecken. Speziell angetan haben es uns der Bodensee, das Appenzellerland oder auch Rapperswil. In St.Gallen selbst bin ich sehr gerne in den Drei Weieren. Diese Natur in unmittelbarer Stadtnähe fasziniert mich, und mein Sohn findet diesen kleinen Bauernhof mit den Haustieren total spannend.»

Tatjana Schneider mag: die Drei Weieren, den Wildpark Peter und Paul für Familien mit Kindern, das Historische und Völkerkundemuseum, das Naturmuseum, eine Oper im Theater St.Gallen, den Bodensee und das Appenzellerland, die ganze Ostschweiz.

Tatjana Schneider

Tatjana Schneider, Gesang, stammt aus Russland, hat in Berlin studiert und international viel gesehen. Seit der Spielzeit 2016/17 singt sie am Theater St.Gallen.

Aktuelle Aufführungen: www.theatersg.ch

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Autor/in
Sibylle Jung

Sibylle Jung ist Inhaberin der Agentur Pur Kommunikation AG in St.Gallen. Die Unternehmerin liebt europäische Städte, Boston, gutes Essen, ebensolche Weine. Gute Gesellschaft, den tiefgründigen Austausch. Und St.Gallen. Zusammen mit ihrem Team hat sie die Projektidee «612», ein Guide-Magazin für St.Gallen, in die Realität umgesetzt.

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