logo

Büchel

UNO-Migrationspakt – Inkonsequenz im Parlament

Vor drei Wochen schrieb ich eine Kolumne zum UNO-Migrationspakt, welcher hauptsächlich das Kind des Schweizer Botschafters bei der UNO ist. Den Auftrag dazu fasste er, dies nur nebenbei, von einem Mann aus den Fidschi-Inseln.

Roland Rino Büchel am 16. November 2018

Diplomaten, Völkerrechtler und Bundesräte haben das so genannte Soft Law entdeckt. Damit können sie den National- und Ständerat hintergehen. Ex-Bundesrat Burkhalter und Bundesrätin Sommaruga haben ihre „Chance“ genutzt.

Sie haben bei dieser aussenpolitischen Grundsatzfrage nicht nur das Parlament sondern auch den Gesamtbundesrat überlistet.

Nun ist, zum Glück, weltweit Bewegung in die Sache gekommen. Fast täglich erreichen uns die Neuigkeiten von Staaten, die das Papier nicht unterschreiben werden. Vor ein paar Tagen sagte Tschechien ab, gerade gestern sagte Estland «ei». Auch das heisst Nein.

In den letzten Wochen ist das eidgenössische Parlament endlich erwacht. Oder wenigstens Teile davon. Plötzlich wollen nicht nur die SVP, sondern auch die FDP und die CVP dagegen sein. Ist dem tatsächlich so?

Es ist Zeit, die Dinge klarzustellen und konkret zu werden.

Am 5. November stellte ich in der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats den Antrag zum Verzicht auf die Unterzeichnung des UNO-Migrationspakts.

Wenn es ernst wird, dann eiern die eidgenössischen Politiker herum. Die Mehrheit lehnte meinen Antrag ab. Die Kommission wollte sogar den Nationalrat aussen vor lassen und nichts von einer Diskussion im Ratsplenum wissen.

Fassen wir noch einmal kurz zusammen, worum es geht:

Basierend auf der Resolution «New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten» vom 19. September 2016 hat die UNO ein «Globalprogramm Migration und Entwicklung» erarbeitet.

Die Schweiz war dabei, zusammen mit Mexiko, federführend.

Am 13. Juli 2018 wurde diesem Migrationspakt an der Uno-Generalversammlung zugestimmt.

Am 10/11. Dezember soll dieser Pakt an einer Konferenz in Marokko von den Staats- und Regierungschefs formell verabschiedet werden.

Der UNO-Migrationspakt soll es ermöglichen, dass Migranten ungeachtet ihrer Qualifikationen der Zugang zum Auswanderungsland deutlich erleichtert wird.

So sollen zum Beispiel legale Migrationsrouten geschaffen und eine Medienzensur zur ausgewogenen Berichterstattung eingeführt werden.

Auch der Familiennachzug soll markant erleichtert, sogar auf Geldtransfers soll Einfluss genommen werden.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Pakt zum internationalen Recht gehören und über unserem Recht stehen wird.

Der Pakt stünde im Widerspruch zu Artikel 121a Absatz 4 der Bundesverfassung. Demnach dürfen keine völkerrechtlichen Verträge abgeschlossen werden, wenn sie den Bestimmungen über die eigenständige Steuerung der Zuwanderung zuwiderlaufen.

Nun ist etwas zu unterlassen und etwas zu tun:

Erstens ist auf eine Unterzeichnung des Uno-Migrationspaktes zu verzichten.

Zweitens ist der Schweizer Missionschef von der Führungsrolle im Rahmen des weiteren Prozesses zu entbinden.

Einige Highlights

Uzwilerin mit begrenzter Lebenserwartung

Das Schicksal von Beatrice Weiss: «Ohne Selbstschutz kann die Menschheit richtig grässlich sein»

am 11. Mär 2024
Im Gespräch mit Martina Hingis

«…und das als Frau. Und man verdient auch noch Geld damit»

am 19. Jun 2022
Das grosse Gespräch

Bauernpräsident Ritter: «Es gibt sicher auch schöne Journalisten»

am 15. Jun 2024
Eine Analyse zur aktuellen Lage

Die Schweiz am Abgrund? Wie steigende Fixkosten das Haushaltbudget durcheinanderwirbeln

am 04. Apr 2024
DG: DG: Politik

«Die» Wirtschaft gibt es nicht

am 03. Sep 2024
Gastkommentar

Kein Asyl- und Bleiberecht für Kriminelle: Null-Toleranz-Strategie zur Sicherheit der Schweiz

am 18. Jul 2024
Gastkommentar

Falsche Berechnungen zu den AHV-Finanzen: Soll die Abstimmung zum Frauenrentenalter wiederholt werden?

am 15. Aug 2024
Gastkommentar

Grenze schützen – illegale Migration verhindern

am 17. Jul 2024
Sensibilisierung ja, aber…

Nach Entführungsversuchen in der Ostschweiz: Wie Facebook und Eltern die Polizeiarbeit erschweren können

am 05. Jul 2024
Pitbull vs. Malteser

Nach dem tödlichen Übergriff auf einen Pitbull in St.Gallen: Welche Folgen hat die Selbstjustiz?

am 26. Jun 2024
Politik mit Tarnkappe

Sie wollen die angebliche Unterwanderung der Gesellschaft in der Ostschweiz verhindern

am 24. Jun 2024
Paralympische Spiele in Paris Ende August

Para-Rollstuhlfahrerin Catherine Debrunner sagt: «Für ein reiches Land hinkt die Schweiz in vielen Bereichen noch weit hinterher»

am 24. Jun 2024
Politik extrem

Paradox: Mit Gewaltrhetorik für eine humanere Gesellschaft

am 10. Jun 2024
Das grosse Bundesratsinterview zur Schuldenbremse

«Rechtswidrig und teuer»: Bundesrätin Karin Keller-Sutter warnt Parlament vor Verfassungsbruch

am 27. Mai 2024
Eindrucksvolle Ausbildung

Der Gossauer Nicola Damann würde als Gardist für den Papst sein Leben riskieren: «Unser Heiliger Vater schätzt unsere Arbeit sehr»

am 24. Mai 2024
Zahlen am Beispiel Thurgau

Asylchaos im Durchschnittskanton

am 29. Apr 2024
Interview mit dem St.Galler SP-Regierungsrat

Fredy Fässler: «Ja, ich trage einige Geheimnisse mit mir herum»

am 01. Mai 2024
Nach frühem Rücktritt: Wird man zur «lame duck»?

Exklusivinterview mit Regierungsrat Kölliker: «Der Krebs hat mir aufgezeigt, dass die Situation nicht gesund ist»

am 29. Feb 2024
Die Säntis-Vermarktung

Jakob Gülünay: Weshalb die Ostschweiz mehr zusammenarbeiten sollte und ob dereinst Massen von Chinesen auf dem Säntis sind

am 20. Apr 2024
Neues Buch «Nichts gegen eine Million»

Die Ostschweizerin ist einem perfiden Online-Betrug zum Opfer gefallen – und verlor dabei fast eine Million Franken

am 08. Apr 2024
Gastkommentar

Weltweite Zunahme der Christenverfolgung

am 29. Mär 2024
Aktionswoche bis 17. März

Michel Sutter war abhängig und kriminell: «Ich wollte ein netter Einbrecher sein und klaute nie aus Privathäusern»

am 12. Mär 2024
Teuerung und Armut

Familienvater in Geldnot: «Wir können einige Tage fasten, doch die Angst vor offenen Rechnungen ist am schlimmsten»

am 24. Feb 2024
Naomi Eigenmann

Sexueller Missbrauch: Wie diese Rheintalerin ihr Erlebtes verarbeitet und anderen Opfern helfen will

am 02. Dez 2023
Best of 2023 | Meine Person des Jahres

Die heilige Franziska?

am 26. Dez 2023
Treffen mit Publizist Konrad Hummler

«Das Verschwinden des ‘Nebelspalters’ wäre für einige Journalisten das Schönste, was passieren könnte»

am 14. Sep 2023
Neurofeedback-Therapeutin Anja Hussong

«Eine Hirnhälfte in den Händen zu halten, ist ein sehr besonderes Gefühl»

am 03. Nov 2023
Die 20-jährige Alina Granwehr

Die Spitze im Visier - Wird diese Tennisspielerin dereinst so erfolgreich wie Martina Hingis?

am 05. Okt 2023
Podcast mit Stephanie Stadelmann

«Es ging lange, bis ich das Lachen wieder gefunden habe»

am 22. Dez 2022
Playboy-Model Salomé Lüthy

«Mein Freund steht zu 100% hinter mir»

am 09. Nov 2022
Neue Formen des Zusammenlebens

Architektin Regula Geisser: «Der Mensch wäre eigentlich für Mehrfamilienhäuser geschaffen»

am 01. Jan 2024
Podcast mit Marco Schwinger

Der Kampf zurück ins Leben

am 14. Nov 2022
Hanspeter Krüsi im Podcast

«In meinem Beruf gibt es leider nicht viele freudige Ereignisse»

am 12. Okt 2022
Stölzle /  Brányik
Autor/in
Roland Rino Büchel

Roland Rino Büchel (*1965) ist seit 2010 Nationalrat für die SVP des Kantons St. Gallen. Der Rheintaler ist Mitglied der Büros des Nationalrats, der Aussenpolitischen Kommission und Europarats. Er steht für eine klar bürgerliche Politik und war bei der letzten grossen parlamentarischen Auswertung der Ostschweizer Nationalrat mit dem besten Rating.

Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.