Am kommenden Sonntag ist es so weit: Mit Olga Tokarczuk begrüsst das Literaturhaus Wyborada die vermutlich erste Literatur-Nobelpreisträgerin, die je in St. Gallen gelesen hat.
Die polnische Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk stellt am kommenden Sonntag 3.12. um 17 Uhr im St.Galler Pfalzkeller auf Einladung des Literaturhauses Wyborada ihren jüngsten Roman «Empusion» vor – eine «natur(un)heilkundliche Schauergeschichte». Es ist der erste Roman, den die preisgekrönte Autorin nach dem Nobelpreis veröffentlicht hat.
Die Literaturkritik ist sich einig: Er ist meisterhaft. «Ein reines Lese- und auch intellektuelles Vergnügen» meint Ilma Rakusa in der NZZ, «hochintelligent und witzig» Benedikt Herber in der «Zeit», und in der FAZ bewundert Marta Kijowska vor allem die grosse Fähigkeit Tokarczuks, im Schreiben eine «andere Sichtweise auf die Welt» zu suchen und zu finden – um nur einige Stimmen zu nennen.
Zeitgenössisches Gegenstück zum «Zauberberg»
«Empusion» mutet an wie das zeitgenössische Gegenstück zu Thomas Manns «Zauberberg», schreibt das Literaturhaus in der öffentlichen Einladung: Im September 1913 reist der an Tuberkulose erkrankte Ingenieurstudent Mieczyslaw Wojnicz nach Görbersdorf, zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Luftkurorte Europas. Im «Gästehaus für Herren» nimmt er zwischen kuriosen Charakteren Quartier.
Neben dem Kuralltag ereignen sich im beschaulichen Görbersdorf unerklärliche und makabre Todesfälle: Am Tag nach Mieczyslaws Ankunft begeht die Frau des Pensionswirts Selbstmord, und jedes Jahr im Herbst wird ein Mann im Wald zerfetzt aufgefunden. Der hochgelobte Roman vereint in mystisch-skurriler Weise Literatur- und europäische Geistesgeschichte, Zeitgeschichte und Feminismus.
Neun Romane, drei Erzählbände, übersetzt in 37 Sprachen
Olga Tokarczuk (geboren 1962 in Sulechow, Polen) studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau. Ihr Werk umfasst neun Romane und drei Erzählbände und wurde in 37 Sprachen übersetzt.
2019 erhielt sie den Literaturnobelpreis. Sie wurde zwei Mal mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, dem Nike-Preis ausgezeichnet. Für «Die Jakobsbücher» wurde sie zudem mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis ausgezeichnet und für «Unrast» mit dem Man Booker International Prize. Zum Schreiben zieht sich Olga Tokarczuk in ein abgeschiedenes Berghäuschen an der polnisch-tschechischen Grenze zurück.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Polnisch statt. Das Gespräch führt Olga Tokarczuks Übersetzer Lothar Quinkenstein, die Übersetzung fürs Publikum übernimmt Isabelle Vonlanthen, stellvertretende Leiterin Literaturhaus Zürich. Lesung in deutscher Sprache: Boglárka Horváth.
Die Autorin wird nach der Lesung Bücher signieren.
Weitere Informationen zu Vorverkauf und Preisen finden Sie hier.
(Bild: Lukasz Giza/Kampaverlag)
«Die Ostschweiz» ist die grösste unabhängige Meinungsplattform der Kantone SG, TG, AR und AI mit monatlich rund 300'000 Leserinnen und Lesern. Die Publikation ging im April 2018 online und ist im Besitz der Ostschweizer Medien AG, ein Tochterunternehmen der Galledia Regionalmedien.
Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.