Aliye Gül ist durch ihre Stellungnahmen zur umstrittenen Schüleraufführung rund um einen türkischen Krieg bekannt geworden. Im Thurgau hat sie viele Spuren hinterlassen.
Aliye Gül ist eine umtriebige Person. Und sie legt ein sattes Tempo an den Tag. Die türkischstämmige SP-Frau hat mehrfach erfolgreich ein politisches Mandat erkämpft - und dieses dann jeweils recht schnell wieder verlassen. Mit Ausnahme eines früheren Mandats, der Primarschulbehörde Romanshorn, wo sie zwölf Jahre lang amtete. 2012 war sie in den Grossen Rat des Kantons Thurgau gewählt worden, 2016 schied sie dort aus. Noch etwas schneller ging es in der Stadt Romanshorn: Dort holte sie sich im Juni 2015 einen Sitz im Stadtrat, im September 2016 erklärte sie ihren Rücktritt. Grund war eine «berufliche Neuorientierung»: Die langjährige Mitarbeiterin im Steueramt Uttwil, das sie zuletzt leitete, wurde zur Gemeindeschreiberin berufen.
Angesichts des Mitteilungsbedürfnisses und der klaren Positionierung in der Debatte um die umstrittene Schultheateraufführung mit türkischem Hintergrund erstaunen die Rücktritt eigentlich. Vieles in den Ausführungen von Aliye Gül deutet darauf hin, dass die Politikerin in ihr nach wie vor viel Energie hat. Aber wer weiss, Wahlen sind ja immer mal wieder.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
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