Das Schweizer Fernsehen hat eine neue Satiresendung. Die Zuschauer haben allerdings noch nicht richtig Feuer gefangen. In den sozialen Medien werden Alternativen zum Sendungsmacher Michael Elsener diskutiert. Weit oben in der Liste: Der Appenzeller Simon Enzler.
Mit Einschaltquoten ist es so eine Sache. Sie können von vielen Faktoren beeinflusst werden - bis hin zum Wetter. Dennoch ist ein Verlust von rund einem Viertel der Zuschauer für ein wöchentliches TV-Format nicht besonders lustig.
Und lustig sollte es eigentlich sein, vor allem beim neuen Satireformat «Late update» von SRF.
Der Kabarettist und Parodist Michael Elsener hatte am 20. Januar Premiere mit dieser Sendung, die jeden Sonntagabend ausgestrahlt wird - als Nachfolgerin von «Giacobbo/Müller». Über 400'000 Zuschauer wollten das damals zum Auftakt sehen. Eine Woche später waren es noch etwas über 300'000. Ein herber Rückschlag.
Laut dem «Blick» beurteilt man den Rückgang von einem Viertel als nicht besonders dramatisch und schreibt ihn auch dem Umstand zu, dass die Aufmerksamkeit vor der Premiere besonders gross war. Und Schwankungen seien bei einer Neulancierung normal. Es gebe zudem «keinen Quotendruck», heisst es weiter.
Etwas ungnädiger sind die Kommentatoren in Onlinezeitungen und auf den sozialen Medien wie Facebook und Twitter. Dort meldet sich bekanntlich meist zu Wort, wer etwas auszusetzen hat, daher sind diese Stimmen kaum repräsentativ. Dennoch wird auffallend oft Michael Elsener ganz allgemein die Fähigkeit abgesprochen, ein solches TV-Format zu stemmen.
Und es werden munter Alternativen zu Elsener vorgebracht. Besonders oft ins Spiel kommt dabei der Name von Simon Enzler. Der Appenzeller Kabarettist ist ein häufiger Radiogast, im TV hat er Seltenheitswert. Und die Innerrhoder Saftwurzel scheint weit über die Region hinaus viele Sympathien zu geniessen. «Simon Enzler wäre auch eine Möglichkeit!», schreibt beispielsweise ein «Blick»-Leser. Andere Vorschläge wie der für Peach Weber fallen dagegen bei Mitkommentatoren eher durch.
Wäre Enzler denn - gesetzt den Fall, es würde jemals konkret - überhaupt für ein Fernsehformat dieser Art zu gewinnen? Enzler bleibt kollegial und möchte zu dieser Frage keine Stellung beziehen. Vor allem, weil er gerade in den letzten Zügen zur Vorbereitung für sein neues Programm «wahrhalsig» stecke.
Für die ersten Aufführungen in der Kellerbühne St.Gallen gibt es übrigens noch Restkarten. Wenn schon nicht TV, dann eben auf der Bühne. …
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.