Zusammen erzielten die 14 Thurgauer Raiffeisenbanken im letzten Jahr einen Geschäftserfolg von 96.5 Millionen Franken. Damit stärken sie erneut ihr Eigenkapital.
Die Eigenkapitalquote der Thurgauer Raiffeisenbanken liegt bei fast 24 Prozent, wie es in einer Mitteilung heisst. «Das ist im Schweizer Bankensektor ein Spitzenwert», betonte Reto Inauen. Der Verbandspräsident präsentierte am Donnerstagmorgen, 8. Februar 2024 in Frauenfeld das konsolidierte Geschäftsergebnis der 14 Thurgauer Raiffeisenbanken.
«Dank der Kapitalstärke können wir unseren Kundinnen, Kunden und Mitgliedern gerade angesichts der wirtschaftlich und geopolitisch schwierigen Lage eine hohe Sicherheit bieten», ergänzte Inauen. Der Geschäftserfolg von 96.5 Millionen Franken – ein Plus von 14 Prozent im Vorjahresvergleich – fliesse fast vollständig ins Eigenkapital, das mittlerweile bei über 1.5 Milliarden Franken liegt.
Sparzinsen umgehend erhöht
Unter den durchwegs positiven Zahlen sticht der Zinserfolg hervor, der um knapp 16 Prozent auf 168,8 Millionen Franken gestiegen ist. Grund dafür sei die Zinswende der Schweizerischen Nationalbank (SNB), sagte Reto Inauen. Er betonte, dass die Thurgauer Raiffeisenbanken bei jedem Zinsschritt der SNB sehr schnell auch die Kunden-Sparzinsen erhöht hätten.
Daneben sei der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um über sieben Prozent auf knapp 30 Millionen Franken gewachsen. Gleichzeitig hätten die Raiffeisenbanken umfangreiche Investitionen in zusätzliche Mitarbeitende, in die Ausbildung und die Infrastruktur getätigt. Sie trieben damit die Strategie zur weiteren Stärkung als Universalbank voran. «Das bedeutet auch, dass wir einerseits die persönliche Beratungskompetenz vor Ort stärken und andererseits das digitale Angebot weiter ausbauen», erklärte Reto Inauen.
Um 1500 Mitglieder gewachsen
Zulegen konnten die Thurgauer Raiffeisenbanken sowohl bei den Hypotheken (plus 3.8 Prozent) als auch bei den Kundeneinlagen (plus 0.8 Prozent). Das etwas tiefere Wachstum bei den Kundeneinlagen führt Reto Inauen auf die Zinswende zurück: Aufgrund des Zinsanstiegs hätten zahlreiche Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer einen Teil ihrer Hypothek abbezahlt.
Thurgau spürt Zinsanstieg weniger
Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, warf seinerseits einen Blick auf die wirtschaftliche Situation in der Schweiz und im Thurgau: Die Wirtschaft laufe mit zwei Geschwindigkeiten, betonte er. «Aufgrund der weltweiten Wirtschaftsflaute ist der Geschäftsgang in der Industrie stark eingetrübt. Die Unternehmen melden wegen der schwachen Auslandsnachfrage eine fortlaufend geringere Kapazitätsauslastung.»
(Bild: Unterstrichen, dass die Thurgauer Raiffeisenbanken sehr gut kapitalisiert und sicher sind: Fredy Hasenmaile, Chefökonom Raiffeisen Schweiz und der Thurgauer Verbandspräsident Reto Inauen. PD)
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