Im mehrfach nachgedruckten Ostschweizer Beizenführer vom Orte-Buchverlag wird die heimelige Linde in Rehetobel als unverfälscht erhalten gebliebene Nebenaussen-Wirtschaft gewürdigt. Das Restaurant wird seit 40 Jahren von Elsbeth Stieger-Knellwolf geführt.
«Einen Besuch verdient die Linde im Weiler Lobenschwendi an der alten Strasse nach St. Gallen allemal. Die Gaststube ist unverfremdet und frei von jeglichem Schnickschnack. Das heimelige Lokal erinnert an alte Zeiten», heisst es im Beizenführer, in dem ausschliesslich Nebenaussen-Wirtschaften mit speziellem Charme aufgeführt sind. Gleichzeitig erinnert Autor Werner Bucher an die Bäckerei, die bis 1990 von Ernst und Martha Knellwolf-Müller, den Eltern der jetzigen Wirtin, betrieben worden ist.
Seit 139 Jahren in Familienbesitz
1885 und damit vor 139 Jahren erwarben die Eheleute Ulrich und Elsbeth Knellwolf-Walser die Liegenschaft Linde. Als Mehrfachbetrieb mit Restaurant, Bäckerei und Kundenmosterei sicherte das vielseitige Haus der Familie die Existenz, zumal damals bescheiden und ohne grosse Ansprüche gelebt wurde. Die alte Landstrasse war damals eine wichtige Verkehrsader mit regem Verkehr von Fuhrwerken, die bei der Linde gerne einen Halt einlegten.
«Ich mache weiter!»
Heute sind es Stammgäste von nah und fern, Wanderer, Mitglieder der 1870 gegründeten Lesegesellschaft Lobenschwendi und anderer Rehetobler Dorfvereine, welche die gemütliche Linde als Treffpunkt schätzen. «Der Erhalt unserer Wirtschaft und damit auch der Familientradition ist mir ein Anliegen, und solange es die Gesundheit erlaubt, wirte ich gerne weiter», sagt Elsbeth Stieger-Knellwolf. (Dienstag und Mittwoch sowie am ersten Sonntag im Monat die «Linde» geschlossen)
(Bild: Als Vertreterin der vierten Familiengeneration führt Elsbeth Stieger-Knellwolf seit 40 Jahren die heimelige Nebenaussen-Wirtschaft Linde in Rehetobel. Peter Eggenberger)
Peter Eggenberger, 1939, in Walzenhausen geboren, Drogistenlehre, Fremdenlegion, Lehrerseminar und Logopädiestudium mit entsprechender Tätigkeit. Seit 1982 freiberuflich tätig als Journalist, Autor und Referent.
Zu seinen Vorlieben gehören das Verfassen und Erzählen humorvoller Geschichten im Kurzenberger Dialekt, der Sprache des Appenzellerlands über dem Bodensee und dem Rheintal. Seine bisher erschienenen Mundartbände erfreuen sich einer ungebrochen grossen Nachfrage. Er lebt in Au.
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