Heute erzähle ich eine Geschichte, die man, so oder ähnlich, einmal unseren Enkelkindern erzählen wird.
Es war einmal ein wunderschöner Sommer. Auf der Walenseebühne zu Walenstadt spielten sie «Die Schöne und das Biest». Und auf der Weltbühne trafen sich «The Beast and the Beast». Das eine hörte auf den Namen Donald, das andere auf den Namen Vladimir.
Ein Junker* aus einem Kleinstaat spielte ebenfalls eine Rolle. (Mehr dazu etwas später.)
Das blondere der beiden Biester hatte viele Berater. Keiner von ihnen durfte beim wichtigsten Gespräch am Busen des Finnischen Meers mit dabei sein. Auch die Leute vom Geheimdienst standen abseits.
Niemand durfte bei der Unterhaltung mit dem ehemaligen Geheimdienstler Vladimir lauschen. Das machte viele nicht nur traurig, sondern «very angry».
Kurzum: Wer von sich überzeugt war, ein guter und/oder bedeutsamer Mensch zu sein, war sehr aufgebracht.
Ja, es war einmal ein amerikanischer Präsident, der seine Wahlversprechen einlöste. Er fand, im Gegensatz zu den europäischen Staatschefs, sogar einen Umgang auf Augenhöhe mit dem russischen Überpolitiker Putin.
Mehr noch: Er zwang den unberechenbaren nordkoreanischen Herrscher Kim zum Einlenken. Er liess seine Leute an neuen und wertvollen bilateralen Handelsabkommen arbeiten. Und er ging mit den Steuern runter. Wegen ihm nahm der Staat den Menschen also weniger weg als die vormaligen Regenten.
Wurde dem Mann schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt? Nein, im Gegenteil. Fast jedermann, der sich selbst als bedeutend und gewichtig einschätzte, prügelte auf ihn ein.
Vor dem Treffen mit dem europäischen Junker Juncker vom 25. Juli 2018 in seinem weissen Palast sagten die von sich Überzeugten, dass Biest Donald alles falsch gemacht hätte. Tatsächlich?
Auf jeden Fall liess sich das Biest vom Junker abküssen. Es wurde deswegen nicht zum Prinzen. Das hat eine gewisse Logik. Erstens war das Biest ein Biest und kein Frosch. Zweitens war der Junker ein Junker und keine Prinzessin.
Jahrelang versuchten seine Widersacher, den Erfolgreichen sowohl als unmögliches Biest als auch als Idioten hinzustellen. Doch sie hatten ein Problem: Er und seine Konzepte waren von den US-Bürgern gewählt worden.
Zwischenfragen:
Macht es Sinn, die Bürger der weltweit stärksten Wirtschaftsmacht indirekt als hirnlose Kreaturen hinzustellen? Nein.
Macht es dann Sinn, wenn man mit den Menschen im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten» ins Geschäft kommen oder im Geschäft bleiben will? Ganz sicher nicht.
Muss man wirklich einen Sprung in der Schüssel haben, um sich für ein „Biest“ wie Donald Trump zu entscheiden, anstatt eine «Schöne» wie Hillary Clinton auf den Thron zu hieven? Nicht wirklich.
Nun, das Biest machte sich keine überflüssigen Gedanken. Es ging Schritt um Schritt voran, obwohl dessen Gegner ihre Kräfte bündelten.
Später wurde das Biest wegen einer «Beauty» (sie hiess nicht Hillary…) «impeacht», also vom Hof gejagt. Dann kehrte wieder Ruhe ein.
Die «Beauty» war zwar nur eine kleine Aufschneiderin – und hatte bei weitem nicht die Aura einer Prinzessin. Doch sie fühlte sich wichtig. Und sie diente all den machtgierigen Umstürzlern als Mittel zum Zweck.
Nachdem sie das Biest zur Hölle geschickt hatten, lebten sie wieder glücklich und zufrieden – mit ihren überhöhten Steuern, ihren zahlreichen Beratern, ihren zahllosen Anwälten, ihren Lobbyisten und ihren Geheimdienstlern.
Alles war wie vor den biestigen Zeiten. Die «politisch Korrekten» führten sich wieder auf wie Könige.
Wie schön deren Reden wieder tönten! Wie geschliffen sie ihre Unfähigkeit immer wieder schön schwatzten! Wie gekonnt sie ihre korrupten Machenschaften vernebelten!
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann heucheln sie noch heute.
*Junker: Adliger ohne Ritterschlag
Roland Rino Büchel (*1965) ist seit 2010 Nationalrat für die SVP des Kantons St. Gallen. Der Rheintaler ist Mitglied der Büros des Nationalrats, der Aussenpolitischen Kommission und Europarats. Er steht für eine klar bürgerliche Politik und war bei der letzten grossen parlamentarischen Auswertung der Ostschweizer Nationalrat mit dem besten Rating.
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