JSA geht - kommt jetzt KKS? Der Rücktritt von Bundesrat Johann Schneider-Ammann macht den Weg frei für Karin Keller-Sutter. Theoretisch.
Sie will eigentlich, das ist bekannt. Aber nach der gescheiterten ersten Kandidatur wechselte sie zu einer defensiven Haltung. Sie habe es versucht, nicht geschafft und werde es nicht noch einmal probieren, sagte die St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter jedem, der sie nach einer erneuten Bundesratskandidatur fragte. Und es fragten viele.
Gescheitert war Keller-Sutter damals an Johann Schneider-Ammann. Und dieser hat heute seinen Rücktritt auf Ende Jahr erklärt. Mit der Wahl der St.Gallerin würde sich der Kreis also schliessen. Oder, aus der Optik vieler, es würde ein Fehler wieder gut gemacht.
Denn KKS, wie sie in unserer Region genannt wird, bringt all das mit, was JSA gelegentlich vermissen liess: Dynamik, Entschlossenheit, Tatendrang. Vermutlich tut man dem Mann unrecht, es ist von aussen nicht immer einsehbar, was ein Bundesrat alles wirklich leistet, und der Daumen des Volks schaut schnell nach unten. Strahlkraft hatte der behäbig wirkende Ex-Unternehmer aber nur wenig, zumal im Vergleich zu Karin Keller-Sutter.
Viele Fragen sind offen. Was tut Doris Leuthard? Tritt sie zeitgleich mit Schneider-Ammann zurück? Auch für die CVP-Frau gibt es Ostschweizer Aspiranten, was die Nachfolge angeht. Und weil bei zwei Vakanzen kaum zwei Ostschweizer (oder vor allem St.Galler) zum Zug kommen würden, hätte jemand das Nachsehen.
Sicher ist: Selten zuvor hatte die Ostschweiz so gute Chancen, eine Vertretung im Bundesrat zu erhalten als Ende 2019.
Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.
Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.