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Gesundheitskosten senken - aber wie?

Kein Missbrauch des Franchisesystems durch Versicherte

Die Universität St. Gallen hat im Auftrag der Groupe Mutuel untersucht, ob Versicherte nach Überschreiten ihrer Franchise mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Das Franchisesystem schafft keine Anreize für eine Überversorgung.

Die Ostschweiz am 06. Februar 2024

«Reiche sollen eine Franchise von CHF 10'000 bezahlen». «Die Maximalfranchise soll von CHF 2’500 auf CHF 3’500 steigen». «Die Minimalfranchise soll von CHF 300 auf CHF 600 erhöht werden»: All dies sind aktuelle Vorschläge, um die Gesundheitskosten und damit die Krankenkassenprämien zu senken. 

Dabei wird stark an die Eigenverantwortung der Versicherten appelliert. Unter anderem herrscht die Meinung, dass Versicherte mit der tiefsten Franchise die CHF 300 schnell aufbrauchen und sich Ende Jahr unnötig behandeln lassen, heisst es in der Mitteilung der Versicherung.

Grosse Spekulationen

Wie beeinflusst die Kostenbeteiligung – sobald die Franchise aufgebraucht ist – die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen von Patientinnen und Patienten? Über diese Frage wird in der Schweiz viel spekuliert. Die Universität St. Gallen hat im Auftrag der Groupe Mutuel erstmals für die Schweiz untersucht, ob Versicherte nach Überschreiten der Franchise mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.

Höherer medizinischer Konsum bleibt unbedeutend

Die Studie der Universität St. Gallen basiert auf anonymisierten Daten der Groupe Mutuel und konzentriert sich auf die Versichertengruppen mit den meistgewählten Franchisen von CHF 300 und CHF 2’500. «Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass es zwar ein allgemeines Muster gibt, das auf eine höhere Inanspruchnahme nach Überschreiten der Franchise hinweist, dass dieses Muster aber nicht signifikant ist.

Dies deutet darauf hin, dass unser Franchisesystem auf der Nachfrageseite keine signifikanten finanziellen Anreize für eine medizinische Überversorgung schafft», sagt Alexander Geissler, Akademischer Direktor und Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsökonomie, -Politik und -Management an der Universität St. Gallen.

Die Groupe Mutuel legt den Schwerpunkt ihrer Forschung auf die Vermeidung von Über- und Fehlversorgung. «Die Studie hat uns gezeigt, dass sich das Franchisesystem in der Schweiz bewährt hat und weder bei den Versicherten noch bei den Leistungserbringern falsche Anreize für eine Überversorgung setzt. Dies bedeutet nicht, dass wir die Diskussion über Franchisen beenden wollen.

Im Gegenteil: Die kontinuierliche Anpassung und Verbesserung unseres Gesundheitssystems bleibt eine Daueraufgabe», sagt Daniel Volken, Leiter des Generalsekretariats der Groupe Mutuel.

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