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Büchel

Trumps Beliebtheit

Es gibt immer mehr «gescheite» Kommentatoren – und es gibt immer weniger nüchterne Analytiker.

Roland Rino Büchel am 30. November 2018

Wenn es um die Bewertung der Leistungen des US-Präsidenten geht, ist das Missverhältnis noch ausgeprägter. Sachlichkeit darf offenbar nicht sein.

US-Präsident Donald Trump ist daran nicht völlig unschuldig. Er scheint es zu geniessen, täglich irgendwo anzuecken und seine Gegner zu provozieren. Seit er sein Amt anfangs 2017 antrat, hat er sich noch mehr Feinde gemacht, als er sie vorher schon hatte.

In den Medien löst seine rustikale Art Kopfschütteln aus. Er sei der unbeliebteste Präsident aller Zeiten, heisst es immer wieder. Und tatsächlich: Trumps Umfragewerte waren zu Beginn seiner Amtszeit am Boden, später gar unterirdisch.

Seit 70 Jahren hat kein US-Präsident nach einem Jahr im Amt so alt ausgesehen wie Donald Trump Ende 2017.

Seine zahllosen «Hater» jubelten. Seit seinem souveränen Auftritt am WEF in Davos hat sich das Blatt gewendet. Das war im Januar 2018. Botschafter McMullen war stets an seiner Seite.

Heute, nach knapp zwei Jahren im Amt, denkt fast die Hälfte der US-Amerikaner, dass Trump seine Sache gut macht.

Das Resultat entspricht in etwa dem seines Vorgängers Barack Obama zum gleichen Zeitpunkt. Nun aber zum grossen Unterschied: Obama, mit Vorschusslorbeeren gestartet, war bei seinem Amtsantritt viel beliebter als Trump.

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sprachen sich damals für ihn aus. Danach ging es mit der Zustimmung bergab. Zum Zeitpunkt, an dem sich Trump momentan befindet, betrug sie noch 45 Prozent.

Schon erstaunlich, so eine Beliebtheitsskala! Warum ging es mit Halbgott Obama rasant talwärts, warum geht es mit Trump trotz des täglichen Bashings durch die Medien bergauf?

Ganz einfach: Die US-Wirtschaft boomt. Die Konsumausgaben steigen; die Unternehmen investieren, die Exporte legen zu. Als Folge sind die Arbeitslosenzahlen auf einem Rekordtief.

Warum ist die Entwicklung derart erstaunlich? Ganz einfach: Der Aufschwung, wie ihn Ökonomen definieren, müsste längst zu Ende sein.

Der US-Präsident lässt keinen Zweifel offen, dass für die anhaltende Hochkonjunktur nur jemand verantwortlich sein kann: Donald Trump himself.

Es gibt niemanden, der die Leistungen des Präsidenten und seiner Administration charmanter präsentiert als Ed McMullen, US-Botschafter in der Schweiz.

Wichtig auch: Der diplomatische Sympathieträger ist gegenüber einem künftigen Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Schweiz sehr positiv eingestellt.

McMullen ist nicht nur ein grosser Freund der Schweiz; er ist ein Freund der Ostschweiz. Er scheint unsere eher nüchterne und bescheidene Art zu mögen.

Es kommt in der US-Botschaft in Bern gut an, dass wir Ostschweizer – anders als viele in unserem Land – nicht dazu tendieren, mit erhobenem Zeigefinger zu moralisieren.

Es freut mich ganz besonders, dass Ed McMullen am 8. Februar 2019 offiziell zu uns zu Besuch kommt, und zwar nach St. Gallen und ins Rheintal. Das wird eine gute Sache. Für beide Seiten.

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Autor/in
Roland Rino Büchel

Roland Rino Büchel (*1965) ist seit 2010 Nationalrat für die SVP des Kantons St. Gallen. Der Rheintaler ist Mitglied der Büros des Nationalrats, der Aussenpolitischen Kommission und Europarats. Er steht für eine klar bürgerliche Politik und war bei der letzten grossen parlamentarischen Auswertung der Ostschweizer Nationalrat mit dem besten Rating.

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