logo

Spital Wattwil

Förderverein ruft zu «Grossaufmarsch» auf

Die Befürworter des Spitals Wattwil holen Ärzte, Politiker und das Gewerbe in ihre Reihen. Und sie wollen an einem Infoanlass dem Kanton offenbar eine geballte Front bieten.

Stefan Millius am 12. November 2018

Es ist etwas ruhiger geworden um die Pläne des Verwaltungsrats der St.Galler Spitalverbunde. Das dürfte ganz in dessen Sinne sein. Nach wie vor gibt es keine gesicherten Absichten, nur angedachte Strategien. Doch in Wattwil, wo die Erweiterung des Spitals Wattwil auf Eis gelegt wurde, geht man nach wie vor davon aus, dass der eigene Standort von allfälligen Schliessungen beziehungsweise Umwandlungen zu Ambulatorien betroffen sein würde.

Entsprechend läuft auch der Widerstand weiter - und wird personell ausgedehnt. Vertreterinnen und Vertreter des «Fördervereins Regionalspital Wattwil Toggenburg» haben sich mit dem Ärzteverein Toggenburg, den politischen Parteien und dem regionalen Gewerbe getroffen, um die Kräfte zu bündeln.

Von den Ärzten in der Region war bisher eher wenig zu hören. Nun lassen sie sich verlauten. Man sei besorgt, dass aufgrund des Baustopps die medizinische Versorgung im Toggenburg künftig nicht mehr gewährleistet sei. «Es besteht die Gefahr, dass durch den Verwaltungsrat Fakten geschaffen werden, die dann seine Argumente unterstreichen sollen», heisst es. 

Geplant war, in Zusammenarbeit mit dem Ärzteverein in der Bauphase 3 am Spital Wattwil eine «integrierte hausärztliche Notfallpraxis» zu schaffen. Durch den Baustopp wird diese nun nicht realisiert. Für die Ärzte ist diese Notfallpraxis «für die Sicherung der hausärztlichen Grundversorgung im Toggenburg  ein unverzichtbarer Pfeiler.»

Politiker und Gewerbevertreter führen die Bedeutung des Spitals für den Standort als Grund für ihren Widerstand an. Ein Spital in der Nähe sei ein wesentlicher Entscheidfaktor für die Standortwahl eines Unternehmens, sagt beispielsweise der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner: «Lagen für Wohn- und Geschäftsliegenschaften in unmittelbarer Nähe eines Spitals sind generell sehr begehrt.» 

Ins selbe Horn stiess, Daniel Blatter, Geschäftsführer der Region Toggenburg. Es sei in jüngerer Vergangenheit kräftig in die Entwicklung des Toggenburgs investiert worden, der Erfolg zeige sich – «und dann soll der grösste Arbeitgeber in der Region mit 250 Arbeitsplätzen die Tore schliessen?»

 Am 28. November findet ein «Bevölkerungsgespräch» zur Spitalfrage in Wattwil statt. Im Rahmen einer kleinen Tour wollen die Spitalverbunde direkt vor Ort informieren. In Wattwil dürfte das ein hitziger Abend werden: Die Spitalanhänger rufen die Bevölkerung zu einem «Grossaufmarsch» an diesem Anlass ein. Dies kaum, um Informationen einzuholen, sondern um Präsenz zu markieren und den Spitalverbunden zu signalisieren, wie gross die Unterstützung fürs Spital Wattwil ist.

Nach wie vor läuft auch eine Unterschriftensammlung für eine Petition. Die Zahl der Unterzeichner wachse immer weiter, so der Förderverein.

Einige Highlights

Uzwilerin mit begrenzter Lebenserwartung

Das Schicksal von Beatrice Weiss: «Ohne Selbstschutz kann die Menschheit richtig grässlich sein»

am 11. Mär 2024
Im Gespräch mit Martina Hingis

«…und das als Frau. Und man verdient auch noch Geld damit»

am 19. Jun 2022
Das grosse Gespräch

Bauernpräsident Ritter: «Es gibt sicher auch schöne Journalisten»

am 15. Jun 2024
Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist freischaffender Journalist.

Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.