Zuberbühler von der SVP? Tischhauser von der FDP? Oder Frischknecht von der Mitte? Die jungen Grünen Appenzellerland haben sich schwer getan, sich für einen Nationalratskandidaten auszusprechen. Die Lage sei verzwickt. Nun habe man sich für das «kleinste Übel» entschieden.
«Die drei Kandidierenden, welche sich für die Wahl aufstellen liessen, entsprechen in vielerlei Hinsicht nicht den politischen Werten von uns jungen Grünen.» - Mit diesen Worten leitet die Jungpartei ihre Ausführungen ein, in denen sie bekanntgibt, für welchen der drei Kandidaten sie nun aber dennoch ihre Unterstützung ausspricht.
Ist es für den bisherigen SVP-Nationalrat David Zuberbühler? Ist es für den freisinnigen Kandidaten Matthias Tischhauser? Oder hat man sich für Mitte-Politikerin Claudia Frischknecht entschieden?
Eigentlich fallen alle Kandidaten durch
So richtig erwärmen können sich die jungen Grünen für niemanden: «Die wichtigsten Krisen unserer Zeit werden von niemandem ausreichend ernst genommen. David Zuberbühler leugnet gar den wissenschaftlich eindeutig bewiesenen menschengemachten Klimawandel. Claudia Frischknecht und Matthias Tischhauser sehen zwar die Problematik, setzen sich aber bei weitem nicht ausreichend für eine klimagerechte Zukunft ein.»
Wieso trotzdem eine Unterstützung?
Wieso hat sich die Partei nun aber doch auf einen Kandidaten festgelegt? «Da wir verhindern müssen, dass Ausserrhoden weiterhin von einer Person vertreten wird, welche die Wissenschaft leugnet und für sich für Intoleranz starkmacht, haben wir uns entschieden, Matthias Tischhauser zu empfehlen. Dies, weil er unter anderem im Umweltranking den höchsten Wert aller drei Kandidierenden erreicht und da wir im gemeinsamen Abstimmungskampf für das kantonale Energiegesetz sehen konnten, dass ihm das Energiethema am Herzen liegt.»
Tischhauser wird sich darüber nicht bedingt freuen. Denn die Jungpartei stellt klar: «Wenn wir uns die Kandidierenden anschauen, kann keine Person aus Überzeugung gewählt werden. Bei dieser Wahl zählt für uns deshalb: Wir unterstützen das kleinste Übel.»
Marcel Baumgartner (*1979) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».
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