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Es ist unmöglich, den spitzen Kirchturm und die Reihe der Holz- und Steinhäuser dieses malerischen Dorfes auf einer Höhe von fast 1000 Metern im Herzen des Appenzeller Hügellandes nicht zu bemerken.
Hinweis: Dies ist ein Beitrag aus der Serie «Die schönsten Schweizer Dörfer». Der gleichnamige Verein hat kürzlich einen Reiseführer mit den 43 schönsten Destinationen veröffentlicht. Er kann hier zum Vorzugspreis bestellt werden.
Schwellbrunn ist ein emblematisches Dorf im Appenzeller Hinterland. Auf einem Felsvorsprung in fast 1000 Metern Höhe gelegen, ist es heute die höchstgelegene Gemeinde im Halbkanton Appenzell Ausserrhoden, von wo aus man einen herrlichen Blick vom Bodensee bis zur Alpsteinkette und einen einzigartigen Blick auf den Säntis in 2502 Metern Höhe hat.
Das Dorf ist in Form einer Girlande aus traditionellen Häusern zwischen den beiden Enden eines felsigen Bergrückens gebaut. Die Reihe der Giebelhäuser, die dicht aneinander gedrängt sind, als ob sie das Beste aus der Sommersonne machen und ein Bollwerk gegen das Winterwetter bilden wollten, schmiegt sich an den Horizont. Es sieht aus wie eine Schmuckaus- stellung in der Natur mit den sanften Hügeln der schönen Appenzeller Landschaft als Schaufenster.
Das Strassendorf fügt sich perekt in die Umgebung ein und ist mit seiner Häuserzeile ein Musterbeispiel für Urbanität. Besonders erwähnenswert ist die reformierte Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit ihrem charakteristischen spitzen Glockenturm, der sich elegant in das Dorfbild einfügt. Schwellbrunn verdankt seine Entwicklung der Textilindustrie im 18. Jahrhundert, bevor es zu einem Kurort, einem landwirtschaftlichen Zentrum und sogar zu einem kleinen Familienskigebiet wurde. Diese Entwicklung hat das Dorf so stark geprägt, dass es als Ortsbild von nationaler Bedeutung (ISOS) eingestuft wurde.
Seine Geschichte, das Dorfleben und die jahrhundertealten Traditionen werden in einem didaktischen Rundgang erzählt, der aus verschiedenen Informationstafeln in und um das Dorf besteht. Auch der Pilgerweg nach Santiago de Compostela führt hier durch, daher die vielen einladenden Gasthäuser. In Schwellbrunn ist alles authentisch und die Bevölkerung bewahrt sorgfältig ihren historischen und kulturellen Reichtum. Beispielhaft dafür ist der alte Winterbrauch, den die Einheimischen in der Silvesternacht mit Leidenschaft pflegen. Die Silvesterchläuse, mit reich verzierten Kopfbedeckungen, ziehen von Hof zu Hof, lassen ihre Glocken klingen und singen eine Art Jodel.
Weitere Veranstaltungen sind die berühmte Viehschau, bei der Kinder und Erwachsene in traditioneller Tracht durch die Strassen ziehen, begleitet von ihren blumengeschmückten Kühen und den typischen weissen Ziegen. Oder das traditionelle Buebebloch-Ritual, bei dem ein Baumstamm, der von einer Gruppe von Jungen auf einem schön geschmückten Wagen gezogen wird, am Ende des Tages versteigert wird. Die sanften Hügel des Appenzellerlandes wellen sich wie ein riesiger Golfplatz mit Scherenschnittrasen, auf dem die Viehköniginnen dieses Käsereiches weiden. Eine strahlende Pracht.
Wussten Sie schon?
In Schwellbrunn wird Silvester nicht nur einmal, sondern gleich zweimal gefeiert! Neben der „traditionellen“ Silvesternacht ist der Neujahrstag am 13. Januar noch beliebter. Dieses besondere Datum geht auf das Ende des 16. Jahrhunderts zurück, als die Einheimischen sich weigerten, den gregorianischen Kalender zu akzeptieren und die alten Traditionen beibehalten wollten.
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