Nach «reiflicher Überlegung» hat sich der Kantonalvorstand der Grünen zur Nominierung eines Ständeratskandidaten entschieden. Die Partei tritt mit Patrick Ziltener an.
«Es galt vorgängig, Varianten mit unterschiedlichen Besetzungen gegeneinander abzuwägen», schreiben die Grünen in einer Mitteilung.
So stand neben Kantonsrat Basil Oberholzer auch die St.Galler Stadtparlamentarierin Franziska Ryser zur Diskussion.
Beide hätten sich durch ihre «fundierte politische Arbeit» einen Namen gemacht.
Aber: Der Vorstand hat sich schliesslich einstimmig für Patrick Ziltener entschieden.
Ziltener ist Titularprofessor und derzeit Dozent für Soziologie und Wirtschaftsgeschichte an den Universitäten Zürich, St.Gallen und Innsbruck.
Er ist schon seit Jahrzehnten in Forschung und Lehre tätig. In den Jahren 2006 bis 2009 oblag ihm im Staatssekretariat für Wirtschaft die Leitung des Politischen Sekretariats der Verhandlungen zum bilateralen Freihandelsabkommen mit Japan.
In dieser Funktion zählte Prof. Ziltener auch zu den persönlichen Mitarbeitern von BR Leuthard, für die er Delegationsreisen organisierte und durchführte.
«Die Grünen nominieren Patrick Ziltener aufgrund seiner grossen Erfahrung im internationalen Handelsrecht. Als selbständiger Wirtschafts- und Sozialforscher vertritt er pragmatische und lösungsorientierte Positionen», schreibt die Partei.
Er kenne die Anliegen der Schweizer Unternehmen und könne diese berücksichtigen. Denn die ökologische Transformation müsse mit der Wirtschaft geschehen, nicht gegen sie.
Den Ausschlag zur Kandidatur für Patrick Ziltener persönlich gab das «klimapolitische Debakel im Nationalrat» am 11. Dezember 2018.
«Bundesrätin Leuthard wurde kurz vor ihrem Abschied mit ihrem sowieso schon sehr bescheidenen klimapolitischen Projekt auch von Abweichlern ihrer eigenen Partei desavouiert», wird in der Medienmitteilung aufgeführt.
Für Ziltener das Signal zur Kandidatur. «Denn dieses Parlament ist in seiner jetzigen Konstellation weder fähig noch willens, den Klimaverpflichtungen nachzukommen. Das muss geändert werden. Es braucht ein klares Signal nach Bern und starke grüne Stimmen in beiden Kammern des Parlaments.»
Marcel Baumgartner (*1979) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».
Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.