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Bekanntgabe der Kandidatur

Entscheidung ist gefallen: Karin Keller-Sutter will Bundesrätin werden

Ja, sie will: Die St.Galler FDP reicht zuhanden der FDP Schweiz die Kandidatur von Ständerätin Karin Keller-Sutter für die anstehenden Bundesratswahlen ein. Damit hat die Ostschweiz echte Chancen auf eine Rückkehr in die Regierung.

Marcel Baumgartner am 09. Oktober 2018

Medien aus der ganzen Schweiz sind im Stadtsaal Wil zusammengekommen, um die angekündigte Erklärung der St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter entgegenzunehmen. Auch Politikerkollegen sind anwesend, so die St.Galler FDP-Nationalräte Marcel Dobler und Walter Müller.

Und die Katze ist aus dem Sack: Die Wilerin will Bundesrätin werden. Gestern habe sie der FDP-Spitze ihre Entscheidung mitgeteilt. Karin Keller-Sutter wirkte sehr emotional und gerührt bei der Bekanntgabe.

Bei der St.Galler FDP seien keine weiteren Kandidaturen eingegangen, sagt Präsident Raphael Frei. Die Partei sei stolz und erfreut, diese Kandidatin präsentieren zu können. Keller-Sutter habe ihr Leben in den Dienst der Allgemeinheit gestellt.

FDP-Nationalrat Walter Müller lobt seine Kollegin aus dem Bundeshaus. Sie sei fähig, führungsstark, nahe an der Sache und blicke stets über die Parteigrenzen hinaus.

Marcel Dobler, ebenfalls für die St.Galler FDP, im Nationalrat, doppelt nach: Sie sei die ideale Vertretung für Wirtschaft und Gewerbe.

Angesprochen von einem Medienvertreter auf die letzte erfolglose Bundesratskandidatur sagt Karin Keller-Sutter, es sei eine andere Zeit und ein neues Kapitel, und sie blicke nicht zurück.

Die Entscheidung sei an diesem Wochenende gefallen. Kontakte über die Parteigrenzen hinaus hätten ihr Gewissheit geben. Auch wenn es Momente gegeben habe, in denen sie sich fragte: «Warum tust du dir das noch einmal an?»

Der Zeitpunkt sei für sie aber der richtige. «Ich bin jetzt 54 Jahre alt und bin in einer Lebensphase, in der ich den Rücken und den Kopf für das Amt frei hätte. Ich bin bereit, mich vorbehaltlos in den Dienst unseres Landes zu stellen.»

Karin Keller-Sutter

Hier spricht Karin Keller-Sutter zu den Medien.

Weiter erklärte die Wilerin: «Es wäre mir eine grosse Ehre und Freude, mich für unser Land in dieser verantwortungsvollen Posi-tion einzusetzen.» Die Entscheidung für eine Bunderatskandidatur habe sie aber nicht leichtfertig gefällt: «Ich habe die letzte Woche genutzt, um mit meinem Mann, meiner Familie, meinen Freunden sowie meinen Weggefährten die Situation zu analysieren.» Das Ergebnis: Sie wolle sich für die Ersatzwahl von Johann Schneider-Ammann zur Verfügung stellen.

Es reiche aber nicht als alleinige Qualifikation, aus der «richtigen» Region zu kommen oder das «richtige» Geschlecht zu haben, sagte sie weiter.

Wie die FDP bezüglich Kandidaturen-Ticket verfährt: Zu dieser Frage wollte sich die Ständerätin nicht äussern. Das sei Sache der Fraktion.

Nun muss die FDP St.Gallen Karin Keller-Sutter erst noch offiziell nominieren. Terminiert ist der 20. Oktober in Wil. Ohne Zweifel eine reine Formsache.

Die Medienkonferenz ist nach rund einer halben Stunde beendet.

Über Karin Keller-Sutter

1992 wurde Karin Keller-Sutter in den Gemeinderat der Stadt Wil und 1996 in den Kantonsrat gewählt. Von 1997 bis 2000 amtete sie als Kantonalpräsidentin der FDP des Kantons St.Gallen. In ihrer späteren Funktion als Regierungsrätin war sie insgesamt zwei Mal Regierungspräsidentin und vertrat den Kanton von 2010 bis 2012 in der Konferenz der Kantonsregierungen. Im selben Zeitraum präsidierte sie auch die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren. 2011 wurde sie auf Anhieb in den Ständerat gewählt, den sie 2017/2018 ebenfalls präsidiert.

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Autor/in
Marcel Baumgartner

Marcel Baumgartner (*1979) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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